Dialog zur Perspektive München
Das Stadtentwicklungskonzept "Perspektive München" ist in einem innovativen Beteiligungsprozess inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt worden.
Der Beteiligungsprozess
Der Beteiligungsprozess fand sowohl innerhalb der Verwaltung als auch im Dialog mit Bürger*innen und verschiedenen Akteur*innen der Stadtgesellschaft statt.
Es kamen innovative Formate zum Einsatz, die auf großes Interesse stießen: Mit gezielt eingesetzten Methoden wie der Zufallsauswahl der Beteiligten in Perspektiven-Werkstätten konnte ein breiter Querschnitt der Bevölkerung erreicht werden. In zwei Veranstaltungen entwickelten Bürger*innen Zukunftsvorstellungen für München.
Aufbauend auf den Ergebnissen der Perspektiven-Werkstätten startete der Social-Lab-Prozess. Ziel war es, die Zukunftsvorstellungen für München weiterzuentwickeln. Es nahmen über 30 Münchner*innen mit unterschiedlichen Hintergründen (Alter, Bildung, Einkommen, Beruf) an mehreren Veranstaltungen teil, zum Teil gemeinsam mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung. Ergänzend fand ein Online-Dialog mit Bürger*innen zur neuen Präambel, den strategischen Leitlinien und zum neuen Stadtentwicklungsplan (STEP) statt.
Die Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses wurden im Februar 2022 dem Stadtrat vorgestellt und das weitere Vorgehen zur Fortschreibung und Umsetzung der Handlungsempfehlungen beschlossen.
Fachbeirat zur Perspektive München
Im Anschluss an die Vorstellung der Zwischenergebnisse der Fortschreibung im Stadtrat 2022 fand eine weitere Beteiligung mit Schwerpunkt Fachöffentlichkeit statt. Zentrales Element war ein Fachbeirat, der sich aus rund 50 Expert*innen zusammensetzte, die ein breites Spektrum an Themen der Stadtentwicklung (Stadtentwicklung, Mobilität, Wirtschaft, Soziales, Bildung, Ökologie, Kultur) sowie Organisationen, Institutionen und Akteursgruppen (Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Verbände) abbildeten.
Seine Rolle bestand vor allem darin,
- Die bisherigen Ergebnisse der Fortschreibung zu reflektieren (mit dem Fokus auf strategische Ziele und Steuerungsaspekte)
- Ergänzungs- und Anpassungsbedarfe für die strategischen Ziele zu identifizieren
- Zielkonflikte aufzuzeigen und mögliche Lösungsansätze
- Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung zu formulieren mit Blick auf Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft, Stadtverwaltung und Politik.
In vier Veranstaltungen identifizierte der Fachbeirat Ergänzungs- und Anpassungsbedarfe für die Präambel und die Ziele der Strategischen Leitlinien und formulierte Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung mit Blick auf die Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft, Stadtverwaltung und Politik.
Weitere Beteiligung der Fachöffentlichkeit und Online-Beteiligung
Ergänzend wurden im Rahmen einer schriftlichen Beteiligung noch weitere Akteure der Fachöffentlichkeit einbezogen. Hierzu gehörten Träger öffentlicher Belange, erweitert um Institutionen, Verbände, Vereine zu den verschiedenen Themenfeldern der nachhaltigen Stadtentwicklung sowie Städte, Gemeinden und Landkreise der Region, ergänzt um die 25 Bezirksausschüsse der Landeshauptstadt. Zahlreiche relevante Rückmeldungen zur Präambel und den Strategischen Leitlinien flossen in den Prozess ein.
Zudem wurden Synergien zu den verschiedenen Beteiligungsformaten zum Stadtentwicklungsplan genutzt und dort gewonnene Erkenntnisse einbezogen. Hierzu zählte zum einen eine Online-Beteiligung zum STEP und zur Präambel und den Strategischen Leitlinien der Perspektive München, die Ende 2021 stattfand. Zum anderen wurden die Empfehlungen des Bürger*innenrats zum Stadtentwicklungsplan, der in mehreren Sitzungen von November 2021 bis Juli 2022 tagte, für die Präambel und die Strategischen Leitlinien der Perspektive München ausgewertet.
Teilnahme am Programm „Global Nachhaltige Kommune“
Begleitend fand unter der Federführung des Büros des Zweiten Bürgermeisters ein Beratungsprozess der "Servicestelle Kommunen in der einen Welt" (SKEW) im Rahmen des Programms „Global Nachhaltige Kommune“ statt. Im Zentrum stand die Frage, inwieweit die Perspektive München das Potenzial hat, als Nachhaltigkeitsstrategie zu fungieren und an welchen Stellen Managementelemente weiterentwickelt oder optimiert werden können. Dies wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 (LAG 21) NRW im Auftrag der SKEW durchgeführt. Vorangegangen war der „SDG-Analysebericht über die Umsetzung der Agenda 2030 in der Landeshauptstadt München“, erstellt vom Deutschen Institut für Urbanistik (DiFU).
Als Ergebnis des Beratungsprozesses und einer sich daran anschließenden weiteren Bearbeitung und Diskussion in den Gremien der Perspektive München entstand ein gemeinsames Verständnis für ein zukünftiges Nachhaltigkeitsmanagement-System der Landeshauptstadt München, bestehend aus den Elementen Nachhaltigkeitsstrategie, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Nachhaltigkeitshaushalt und Nachhaltigkeitsdialog.