Nachhaltige Stadtentwicklung in München

Hier finden Sie Analysen, Konzepte und Projekte für ein klimaneutrales München und eine Stadt im Gleichgewicht.

Stadtleben ist nachhaltig

Anlage wagnisPARK im Prinz-Eugen-Park
Michael Nagy, LHM
Holzbausiedlung im Prinz-Eugen-Park

Die Landeshauptstadt München möchte bis 2035 nicht nur klimaneutral sein, sondern muss sich auch auf weiter steigende Temperaturen, längere Trockenphasen und mehr Starkregenfälle einstellen. Beim Klimaschutz und der Klimaanpassung nehmen Stadtentwicklung, Stadtsanierung und Stadtplanung eine Schlüsselrolle ein.

In der Stadt werden alle Bedürfnisse des täglichen Lebens auf engem Raum erfüllt, das spart Ressourcen und Schadstoffe. Wer dort wohnt, arbeitet, einkauft und seine Freizeit gestaltet, setzt Pendlerströmen, Flächenverbrauch und der Zersiedelung der Landschaft etwas entgegen. Dichte ist gut für die Ökobilanz.

Das Zusammenleben in der Stadt ist aber auch intensiv und bringt Herausforderungen mit sich. Eine verantwortliche und integrierte Stadtentwicklungsplanung managt diese Herausforderungen und federt sie ab. Sie sorgt für einen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ausgleich. Wohnraum für alle Einkommensgruppen, viel Grün, ein starker öffentlicher Nahverkehr, gemischte Quartiere, die gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums, gute wirtschaftliche Bedingungen – all das und noch viel mehr gehört dazu.

München stärkt seine Freiräume, teilt den öffentlichen Raum neu auf und setzt auf die Teilhabe aller. Die Stadt fördert eine nachhaltige Mobilität und entwickelt ihre Quartiere klimaneutral. Sie schafft bezahlbaren Wohnraum, sichert Standorte für Unternehmen und sorgt dafür, dass wir einen gerechten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben – für eine nachhaltige Stadt von morgen.

Dem Quartier kommt bei Klimaschutz und Klimaanpassung eine Schlüsselrolle zu.

Integrierter Quartiersansatz im Bestand

Der "Integrierte Quartiersansatz" für klimaneutrale und klimaresiliente, lebenswerte Bestandsquartiere ist ein Baustein zum Erreichen der Münchner Klimaneutralität. Das Quartier ist als informelle Ebene das Bindeglied zwischen übergeordneter Planung und gebäudebezogenen Maßnahmen.

Diese Ebene bietet die Chance, Handlungsfelder der Stadtentwicklung wie soziale Nachbarschaft, Strom- und Wärmeversorgung, Mobilität, Abfall- und Wassermanagement sowie Grün- und Freiraumversorgung mit den Akteur*innen vor Ort zu bearbeiten, Synergieeffekte zu nutzen und Zielkonflikte zu minimieren.

Basierend auf der gesamtstädtischen Analyse des Münchner Wärmeplans und der Stadtklimanalyse des Referats für Klima- und Umweltschutz wird die Strategie des integrierten Quartiersansatzes in Bestandsquartieren umgesetzt. Ziel ist es, bis 2035 einen klimaneutralen Gebäudebestand in möglichst vielen Quartieren zu erreichen.

Das zeichnet die Quartiere aus

  • Klimaneutralitätsziel im Quartier: 0,3 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr bis 2035
  • Sehr hohe energetische Gebäudestandards (Minimierung des Wärmeenergiebedarfs)
  • Ressourceneffizienz: zirkulärer Wirtschaftskreislauf im Quartier soweit möglich, Graue Energie (Klimarelevanz der Baustoffe), Baustoffrecycling
  • Möglichst treibhausgasfreie Energieversorgung des eigenen Quartiers und ggf. der umliegenden Quartiere durch lokale Produktion von regenerativen Energien
  • Hohe städtebauliche Qualität und Baukultur
  • Stadt der kurzen Wege; funktionale Mischung, flächensparendes Bauen
  • Soziale Mischung mit bezahlbarem Wohnraum und sozialer Infrastruktur
  • Qualitätvolle und grüne Wegegestaltung
  • Vernetzte grüne Infrastruktur inklusive Großbaumstandorte, Dach- und Fassadenbegrünung
  • Grünflächen und Parks mit hoher Aufenthaltsqualität
  • Möglichst emissionsfreie Mobilität gemäß Mobilitätsstrategie 2035: 80 Prozent aller Wege mit dem Umweltverbund (Fuß-, Radverkehr, ÖPNV, geteilte und vernetzte Mobilitätsangebote) und lokal emissionsfreien Fahrzeugen bis 2025
  • Integrierte und kooperative Quartiersentwicklung; Co-Gestaltung / Beteiligungsformate
  • Nachhaltige Lebensstile für die Bewohner*innen und Akteur*innen vor Ort

Neben der Treibhausgas-Einsparung ist die Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum ein weiteres wichtiges Ziel!

Gemeinsam die Quartiersentwicklung gestalten

Entscheidend für die erfolgreiche Quartiersentwicklung ist die Mitwirkungsbereitschaft der Haupteigentümer*innen. Die Ziele werden unter Beachtung städtebaulicher, baukultureller, klima- und naturschutzfachlicher, wohnungswirtschaftlicher, demographischer und sozialer Aspekte quartiersspezifisch festgelegt. Fördermittel können bereits in der Konzeptionsphase unterstützen. Erarbeitet werden eine Bestands- und Potentialanalyse sowie ein Maßnahmenplan. Es erfolgt die Einbindung aller relevanten Akteur*innen – Bürger*innen, Wohnungswirtschaft, private Eigentümer*innen, Mieter*innen und der Energieversorger. Nach der Konzeptionsphase wird die Umsetzung von einem Sanierungsmanagement begleitet.

Vier Pilotquartiere

Quartier Soyerhofstraße
Gabriela Neeb

Der integrierte Quartiersansatz wird zunächst in vier Pilotgebieten umgesetzt:

  • in der Soyerhofstraße (Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching)
  • in der Hinterbärenbadstraße (Stadtbezirk Sendling-Westpark)
  • in der Sankt-Michael-Straße (ehemalige Maikäfersiedlung; Stadtbezirk Berg am Laim)
  • und im Klimaquartier Ramersdorf (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach)

EU-Projekt ASCEND

Mit dem Projekt ASCEND soll das Quartier Harthof im Norden Münchens in den kommenden fünf Jahren zu einem energiepositiven Stadtteil umgebaut werden.

Gemeinsam für eine klimaneutrale Stadt

Mit der Kampagne „Re:think München“ will das Referat für Klima- und Umweltschutz die Bürger*innen für den Klimaschutz aktivieren. Diese Kampagne motiviert die Menschen vor Ort mit Aktionen und Events, mit Service- und Informationsangeboten, mit Energieberatung und Förderprogrammen dazu, klimabewusst zu leben und sich dafür zu engagieren. Das Ziel: eine nachhaltige, resiliente, zirkuläre, klimaneutrale und lebenswerte Stadt München.

Eine lebenswerte Stadt für alle

Die Münchner Stadtsanierung setzt seit Jahrzehnten neue Impulse, verbessert, erneuert und gestaltet eine lebenswerte Stadt für Alle. Ziele der Stadtsanierung sind nicht nur, städtebauliche Mängel und soziale Missstände zu beseitigen. Es geht auch darum, Klimaschutzziele der Stadt umzusetzen, das soziale Miteinander zu forcieren. Die Gebiete werden mit einem integrierten Ansatz unter Einbeziehung der Bürger*innen aufgewertet oder umgestaltet, die Wohnsituation verbessert, der öffentliche Raum gestärkt. Prinzipiell gilt: Die lokale Identität soll bewahrt und weiterentwickelt, der historische Bestand behutsam mit neuer Gebäude- und Landschaftsarchitektur verbunden werden.

Umbauagentur „Büro zu Wohnen“

Der Wohnungsmarkt in München ist angespannt, Büroimmobilien stehen leer, Bauland ist knapp – die Landeshauptstadt München setzt deshalb auf die systematische Aktivierung und Umwandlung vorhandener Flächen. Die Umbauagentur „Büro zu Wohnen“ berät und begleitet Eigentümer*innen als zentrale Anlaufstelle bei Umbauprojekten – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

Nachhaltige Entwicklung in Neubauquartieren

Nachhaltige Stadtplanung beginnt im Quartier. Ein dichter Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sorgt für kurze Wege, vermeidet Verkehr und Emissionen. Eine barrierefreie Infrastruktur gehört ebenso zu einer nachhaltigen Planung wie die Anbindung an den ÖPNV, ein gutes Mobilitätskonzept, ausreichend Kindertagesstätten und Schulen sowie Grün und Orte der Begegnung im öffentlichen Raum.

Ökologischer Kriterienkatalog

Das energieeffiziente Bauen (bei Neubauten und im Bestand) ist ein wichtiges Handlungsfeld der Klimaschutzstrategie. Der Ökologische Kriterienkatalog fördert seit 1995 nachhaltiges Bauen auf städtischen Grundstücken. Er wird auf privatrechtlicher Basis in den Grundstückskaufverträgen vereinbart und enthält verbindliche Kriterien zum nachhaltigen Bauen, die von der Landeshauptstadt München eingebracht, geprüft und vollzogen werden.

  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    HA I Stadtentwicklungsplanung

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