Innovationsprojekte

Innovationsprojekte im Zero Waste Innovation Hub

Sie möchten konkrete Pilotprojekte im Bereich Zirkularität, Abfallvermeidung, Ressourcenschonung in Ihrem Unternehmen durchführen? Mit den geförderten Innovationsprojekten des Zero Waste Innovation Hubs unterstützen wir Ihr Projekt mit individueller Beratung und helfen Ihnen bei der Umsetzung. Aktuell sind alle Innovationsprojekte voll, sollten Sie dennoch Interesse an einem zukünftigen Projekt haben, schreiben Sie gerne eine Email an info@zero-waste-hub.de

Inhalte

  • Erarbeitung und Umsetzung innovativer Ansätze im Bereich Abfallvermeidung, Zirkularität, Ressourceneffizienz  

  • Projektbegleitung und individuelle Beratung mit fachlicher Expertise 
  • Kollaboration in Mulitstakeholderprojekten 

  • Zugang zu Lösungen aus München und darüber hinaus 

  • Veröffentlichung von Projekterfolgen und Best Practices 

  • Geförderte Beratungsleistung durch die Landeshauptstadt München 

WS Strategiespiel

Laufende Innovationsprojekte

Was passiert mit Batterien aus Elektrofahrzeugen, wenn sie für den Fahrbetrieb nicht mehr ausreichen? Dieses Innovationsprojekt untersucht gemeinsam mit einem Industriepartner, ob sich gebrauchte Traktionsbatterien aus E-Fahrzeugflotten für den Aufbau eines stationären Großspeichers eignen könnten.

Die Idee ist, dass Second-Life-Batterien zur Energieoptimierung des Flottenbetriebs oder zur Teilnahme am Energiemarkt genutzt werden – etwa durch Lastspitzenkappung oder Eigenverbrauchsoptimierung.

Im Projektverlauf werden Partner zusammengebracht, um potenzielle Skalierungspfade für Speicherlösungen zu diskutieren. Dies bietet die Perspektive, wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt länger zu nutzen und frühzeitiges Recycling oder Entsorgung zu vermeiden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur urbanen Kreislaufwirtschaft und positioniert München als Vorreiter für innovative Energiespeicherlösungen.

Das Startup reo ermöglicht über seine digitale Plattform die Wiederverwendung von Körperpflegeverpackungen und möchte damit einen transparenten Verpackungskreislauf etablieren, mit dem Ziel eingesetzte Ressourcen sowie Müll zu reduzieren. Seit dem 30. Oktober läuft ein Pilotprojekt im Großraum München mit der Rücknahme leerer Verpackungen der Marken lavera, Kneipp, Sante und Logona über bestehende Pfandinfrastrukturen. Zurückgegeben werden die leeren Verpackungen an Getränkepfandautomaten der teilnehmenden Händler von Biomarkt VollCorner und Kaufland. 

Ziel des Pilotprojekts ist es, Erkenntnisse zur  Kundenakzeptanz des Systems zu gewinnen, sowie über die Verpackungseigenschaften für ein Mehrwegsystem.  

Der Zero Waste Innovation Hub unterstützt den laufenden Piloten mit Beratungsleistung zur Umsetzung, bei der Bewerbung, durch Vernetzung mit lokalen Akteuren und die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Projekttreffen. 

reo

Wie kann ein Sportschuhhersteller Kreislaufwirtschaft in sein Geschäftsmodell integrieren? Gemeinsam mit der LOWA Sportschuhe GmbH erarbeitet dieses Innovationsprojekt ein Konzept für zirkuläre Geschäftsmodelle – mit dem Fokus auf Rücknahme, Reparatur, Aufarbeitung und Re-Sale von Schuhen.  

In einer interdisziplinären Workshopreihe analysiert ein internes LOWA-Team zusammen mit circulatemore und koorvi den Status Quo, bewertet Best Practices aus dem Marktumfeld und entwickelt einen konkreten Business Case für ein Rücknahmesystem. Dabei werden sowohl der Online-Vertrieb als auch der Münchner Fachhandel einbezogen. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die langfristige Umsetzung, inklusive Roadmap und Pilotkonzept. Das Projekt soll als übertragbares Modell für die Kreislaufwirtschaft im Textil- und Schuhbereich dienen und Best Practices für den Münchner Fachhandel generieren. 

Kreislaufprojekt Second Life Alträder – Zirkulärer Umgang mit herrenlosen Fahrrädern mit Münchner Wohnen GmbH (freigegeben durch Münchner Wohnen) 

In Münchner Wohnanlagen, auf öffentlichen Plätzen und halböffentlichen Flächen sammeln sich zahlreiche herrenlose Fahrräder an, die meist einfach entsorgt werden. Dieses Innovationsprojekt pilotiert einen koordinierten Ansatz, um diese Räder systematisch zu erfassen, zu sortieren und sinnvoll weiterzugeben.  

Gemeinsam mit Akteuren der Wohnungswirtschaft – darunter die Münchner Wohnen –, Fahrradwerkstätten, sozialen Einrichtungen und Recyclern werden Prozesse für Markierung, Zwischenlagerung und Weitergabe erprobt. Fahrtüchtige Räder werden aufbereitet und einer sozialen oder gemeinnützigen Nutzung zugeführt, nicht mehr nutzbare Fahrräder gehen ins Recycling.  

Das Projekt zeigt, wie durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure, zirkuläre Lösungen für ein alltägliches, urbanes Problem entstehen können – und sensibilisiert gleichzeitig für einen ressourcenschonenden Umgang mit Alltagsgegenständen im städtischen Raum. 

Abgeschlossene Innovationsprojekte

Bürgermeisterin Frau Mona Fuchs und Herr Luca Tretter

Welche Rolle kann der Handel in einer zirkulären Schuhwirtschaft spielen? Das Innovationsprojekt mit dem Münchner Schuhhaus Tretter ging genau dieser Frage nach. In einer Pilotaktion wurden gebrauchte Schuhe direkt in der Hauptfiliale gesammelt und über den führenden Schuhrecyler FastFeetGrinded recycelt. Geleitet wurde das Projekt im Zero Waste Innovation Hub von CIRCULAR REPUBLIC im Auftrag des Referats für Arbeit und Wirtschaft.

In dem Projektzeitraum vom 1. April bis 31.Mai 2026 wurden insgesamt rund 400 kg gebrauchter Schuhe gesammelt. Durch das Recycling wurden über 800 kg CO2 eingespart.

Der große Anklang, den die Aktion bei der Kundschaft fand, führte zu einer Ausweitung der Aktion auf alle Filialen durch Tretter und einem Ausbau der Zusammenarbeit mit FastFeetGrinded.

Begleitet wurde die Aktion durch gezielte Kundenkommunikation über Newsletter, regionale Presse und Social Media, um die Münchner Bürgerinnen und Bürger für die getrennte Sammlung von Alttextilien und Altschuhen zu sensibilisieren. Das Projekt hat gezeigt, wie der stationäre Handel aktiv zur Kreislaufwirtschaft beitragen kann – von der Rücknahme bis zum Recycling. 

Tretter

Der CIRCULAR GASTRO-NAVIGATOR ist die erste Netzwerkkarte von Zulieferern, Abnehmern und Lösungen für Zero Waste und Circular Gastronomy in München. 

Die Gastronomie spielt eine zentrale Rolle bei der Transformation hin zu einer ressourcenschonenden und zirkulären Wirtschaft. Der Circular Gastro Navigator wurde von der FOODturo GbR als digitale Netzwerkkarte entwickelt, um Gastronomiebetrieben in München den Zugang zu zirkulären Produkten, Dienstleistungen und Lösungen zu erleichtern.

Projektziele:

  • Entwicklung eines praxisnahen, digitalen Werkzeugs zur Orientierung für Gastronomiebetriebe 
  • Sichtbarmachung und Strukturierung zirkulärer Anbieter in der Region 
  • Förderung von Vernetzung zwischen Gastronom:innen, Lieferanten und Dienstleistern 
  • Beitrag zur Reduktion von Abfällen und zur Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle im Food-Sektor 
Gastro Navigator

Gemeinsam mit ECON Industries hat CIRCULAR REPUBLIC im Zero Waste Innovation Hub untersucht, wie industrielle Sonderabfälle in Bayern künftig stärker stofflich verwertet werden können. Ziel des Projekts war es, Mengen und bestehende Verwertungswege transparenter zu machen, interessierte Unternehmen zusammenzubringen und konkrete Wege zu mehr Zirkularität aufzuzeigen.

In einem Workshop mit zehn Unternehmen wurden erste relevante Mengenpotenziale identifiziert und mögliche Lösungsansätze für kontaminierte Böden, Bohrschlämme sowie metall- und ölhaltige Schlämme entwickelt.

Workshop-Runde mit sechs Teilnehmenden und Referent

Workshop bei der econ industries services GmbH

Teil einer VacuDry Anlage

Projekt Industrieabfall: VacuDry_Anlage

Innerhalb von vier Monaten konnten außerdem erste Standortoptionen und potenzielle Pilotpartner für eine VacuDry-Großanlage erschlossen werden. Der Abschlussbericht skizziert die Perspektive einer Anlage im Münchner Norden beziehungsweise im bayerischen Industriezentrum mit einer Verarbeitungskapazität von 15.000 bis 30.000 Tonnen pro Jahr.

Mit der Identifikation eines Fokusstandorts bei Manching und der Empfehlung weiterer politischer Unterstützung ist die Projektphase abgeschlossen. Als nächste Schritte stehen Sondierungsgespräche zu Grundstücken und Abfallmengen, eine Rahmenvereinbarung sowie die Vorbereitung der Umsetzung an.

Im Rahmen des Zero Waste Innovation Hub haben die Porticon West Gewerbeimmobilien GmbH und Circular Munich e.V. gemeinsam mit der Stadt München zwischen April und September 2026 die Grundlage für ein tragfähiges Nutzungskonzept für die rund 2.600 m² große Gewerbefläche in der Landsberger Straße 328a entwickelt.

Auf Basis von über 120 recherchierten Organisationen, rund 70 Interviews und einem Co-Creation-Workshop mit relevanten Akteur*innen entstand die Empfehlung für ein Kompetenzzentrum für Repair & Refurbishment: ein Ort, an dem Reparatur und Wiederaufbereitung professionell, im B2B-Maßstab und wirtschaftlich tragfähig stattfinden soll -  mit besonderem Fokus auf Elektro- und Haushaltsgeräte sowie Sportartikel.

Fassade mit Graffiti

Erarbeitet wurde eine konkrete Roadmap für die nächsten Schritte: von der Bildung eines Initiatorenkreises über einen Open Call zur Gewinnung eines erfahrenen Hauptbetreibers/Ankermieters im Bereich Reparatur & Refurbishment, gefolgt von einer schrittweisen Umsetzung entlang einer vierstufigen Roadmap – von der Allianzbildung bis zum Betriebsstart.

Damit setzt das Projekt einen sichtbaren Impuls: Kreislaufwirtschaft lässt sich in München nicht nur denken, sondern auch wirtschaftlich umsetzen - als Beitrag zu weniger Abfall, neuen Green Jobs und einem zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort.