Preise für Galerien und Off-Spaces
Mit dieser Ehrung soll das Engagement der Preisträger*innen für die Kunstszene und den Kunststandort München gewürdigt werden.
Über den Preis
Seit 2019 vergibt das Kulturreferat der Landeshauptstadt München regelmäßig Preise an Münchner Galerien und Off-Spaces, um deren Engagement für die lokale Kunstszene und den künstlerischen Nachwuchs zu würdigen. Jährlich werden im Wechsel drei Preise in Höhe von je 6.000 Euro vergeben – ein Jahr an Galerien und im darauffolgenden Jahr an Off-Spaces. Der Fokus liegt dabei auf der konzeptionellen Arbeit und dem Engagement der jeweiligen Einrichtungen im vorangegangenen Jahr. Somit werden mit den Preisen bereits abgeschlossene Ausstellungen, Konzepte und Projekte geehrt.
Ausschreibung
Die Ausschreibung der Preise für für Galerien lief im Jahr 2026.
Die Preise für Off-Spaces werden im Jahr 2027 ausgeschrieben.
Preise für Galerien
Galerien, die auch Münchner Künstler*innen vertreten, nehmen eine zentrale Rolle im aktuellen Kunstgeschehen der Landeshauptstadt München ein. Sie tragen nicht nur zur regionalen Wahrnehmung der lokalen Kunstszene bei, sondern präsentieren die Arbeiten Münchner Künstler*innen auch national und international. Sie schaffen Verbindungen zwischen der lokalen Szene und einem breiteren Publikum, wodurch sowohl die Anerkennung Münchner Künstler*innen als auch die Wahrnehmung Münchens als Kunststandort gefördert wird.
Preise für Off-Spaces
Off-Spaces tragen ebenfalls zur Förderung und Sichtbarkeit der Münchner Kunstszene bei, indem sie Künstler*innen eine Plattform für selbstbestimmtes und experimentelles Arbeiten bieten. Sie fördern den Austausch mit Kurator*innen, Galerist*innen und Sammler*innen und ermöglichen eine unbefangene Perspektive auf Kunst, jenseits institutioneller oder kommerzieller Vorgaben. Oft von Künstler*innen betrieben, stehen sie im Zeichen der Unterstützung der lokalen Kunstszene und bieten neben überwiegend nicht-kommerziellen Ausstellungen auch interdisziplinäre Veranstaltungen, wodurch sie lebendige Orte des Dialogs und der Begegnung sind.
Preise für Galerien und Off-Spaces erhielten
nouveaux deux deux
Im Fokus der 2023 von Vinh Thang gegründeten Galerie nouveaux deuxdeux steht der Dialog zwischen etablierten und jungen Künstler*innen sowie zwischen vermeintlich gegensätzlichen Themenfeldern wie Natur und Technologie, dem Ephemeren und dem Materiellen. Die Galerie versteht sich als offener Ort des Austauschs, der aktuelle künstlerische Fragestellungen in gesellschaftliche Diskurse einbindet und diese einem breiten Publikum zugänglich macht.
Besonders hervorzuheben ist das konzeptionell stringente Ausstellungsprogramm, das die Idee des Dialogs konsequent sichtbar macht. In ihren Ausstellungen verbindet die Galerie unterschiedliche künstlerische Ansätze zu Fragen von Transformation, Materialität und ökologischen Zusammenhängen. Dabei werden natürliche Prozesse, technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Herausforderungen in Beziehung gesetzt und vielschichtige Perspektiven auf wichtige Themen der Gegenwart eröffnet.
Darüber hinaus zeichnet sich die Galerie durch ihr nachhaltiges Engagement für den Aufbau künstlerischer Positionen aus. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Münchner Künstler*innen wie Ayaka Terajima, Ossian Fraser, Ludwig Stalla und Benedikt Hipp sowie die Präsentation ihrer Werke auf Kunstmessen wie der ART COLOGNE stärken die Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst aus München.
Die Jury würdigt insbesondere die programmatische Konsequenz, die kuratorische Qualität und die gesellschaftliche Relevanz des Ausstellungsprogramms. Die Galerie nouveaux deuxdeux verbindet die Förderung junger künstlerischer Positionen mit einer reflektierten Auseinandersetzung mit zentralen Fragen unserer Gesellschaft und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Münchner Kunstszene.
Galerie The Tiger Room
Die Jury würdigt The Tiger Room mit einem der drei Preise für Münchner Galerien 2026. Die Galerie zeichnet sich durch ein klares Profil, hohe Sensibilität und bemerkenswerte Konsequenz aus, indem sie junge, weibliche künstlerische Positionen fördert. Seit der Gründung hat sich die von Lu Zhang geführte Galerie als präzise arbeitender und inhaltlich überzeugender Raum etabliert. Als in Deutschland ausgebildete Künstlerin und Fotografin (Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle) verbindet Lu Zhang Sachverstand mit einer genauen Wahrnehmung dessen, was im aktuellen Kunstgeschehen oft fehlt.
Das Programm von The Tiger Room zeichnet sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Subtilität, handwerkliche Präzision und ideelle Klarheit aus. Gezeigt werden eigenständige, vielversprechende Positionen einer jüngeren Generation, darunter Frida Kato, Sophia Mainka, Lea Grebe, Yuchu Gao, Anna Lena Keller, Julia Klemm, Veronika Günther und Heyoung Rosa Jo, von denen viele aus dem Umfeld der Akademie der Bildenden Künste München hervorgehen. Die Galerie schafft damit einen wichtigen Resonanzraum für künstlerische Entwicklungen in München und darüber hinaus.
Auch in der wiederholten Zusammenarbeit mit der nomadisch agierenden Struktur GiG von Magdalena Wiśniowska zeigen sich produktive Synergien, die als wechselseitiger Austausch neue Kontexte eröffnen und die Reichweite der präsentierten Positionen erweitern. Internationale Messeauftritte in Peking, Düsseldorf und Brüssel tragen zusätzlich dazu bei, die Künstler*innen nachhaltig zu vernetzen und sichtbar zu machen. Dieses Engagement stärkt langfristig nicht nur die Akteur*innen rund um die Galerie, sondern auch München als Kunststandort.
Galerie arToxin
Mit einem der drei Preise für Münchner Galerien 2026 würdigt die Jury die kontinuierliche Galeriearbeit von Angelika Donhärl und Gottfried Düren, die sich seit über 12 Jahren für die zeitgenössische Kunst engagieren. Die Galerie arToxin hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Münchner Kulturlebens entwickelt und engagiert sich für besondere Positionen der Gegenwartskunst.
Durch die Vertretung von Künstler*innen wie Doris Halweg, Bruno Kuhlmann, Michael Nischke, Julia Smirnova und Alix Stadtbäumer erfährt die regionale Kunstszene eine besondere Würdigung. Das Galerieprogramm öffnet sich zunehmend auch internationalen Positionen, darunter Ivan De Menis und Rob Voerman. Besonders hervorzuheben ist die kuratierte Jahresausstellung 2025, die verschiedene Positionen diskursiv zusammenführte und deren Relevanz sichtbar machte. Darüber hinaus haben Donhärl und Düren 2025 auf der Art on Paper Amsterdam ausgestellt.
Die Galerie arToxin versteht sich nicht nur als klassischer Galerieraum, sondern auch als Veranstaltungsort für zeitgenössische Konzerte, Lesungen und interdisziplinäre Aufführungen. Dabei arbeitet die Galerie bevorzugt mit Kulturschaffenden aus München zusammen. Die Vernetzung der verschiedenen Kunstsparten spiegelt die Realität zeitgenössischen Kunstschaffens wider und bietet spartenübergreifend eine flexible Plattform.
Das Galerieprogramm und Engagement von Angelika Donhärl und Gottfried Düren haben die Jury überzeugt. Durch die Kombination aus verlässlicher Künstler*innenvertretung, Gruppenausstellungen, Messepräsenz und interdisziplinärer Kulturarbeit sind die Galeristen ein würdiger Preisträger und Vorbild in der Vermittlung zeitgenössischer Kunst.
- 2025
Preise für Off-Spaces:
AAP – Archive Artist Publications, GiG Munich, Galerie ohne Namen / Galerie von Empfangshalle - 2023
Space n.n., Rosa Stern Space, Lost Weekend meets Young Art, mim | Raum für Kultur, Galerie Christine Mayer, Galerie Françoise Heitsch, - 2021
Galerie Françoise Heitsch, Loggia, Rosa Stern Space, Ruine München, Schwabinggrad, Max Goelitz - 2020
Nir Altmann, Das KloHäuschen, fructa space, Britta Rettberg, Sperling, T156 - 2019
Nir Altman, Jo van de Loo, Milchstrasse, Deborah Schamoni, Sperling, Weltraum