Siedlung am Perlacher Forst
In der ehemaligen amerikanischen Siedlung am Perlacher Forst, die unter Ensembleschutz steht, soll zusätzlicher, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.
Projekt
Die Wohnsiedlung am Perlacher Forst wurde ab 1953 für US-amerikanische Soldaten und ihre Familien errichtet und zeichnet sich durch ihre offene, durchgrünte Bebauung in lockerer Zeilenbauweise, villenartige Einzelbauten, die parkartigen Grünflächen und die geschwungenen Straßenzüge aus. Ziel der Landeshauptstadt München und der Grundeigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), ist es, die Siedlung weiter zu entwickeln und neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Beabsichtigt ist, im Bereich der Zeilenbauten schrittweise und sozialverträglich zu sanieren und mit Ersatzbauten zusätzlichen Wohnraum zu errichten. Gleichzeitig soll ihr besonderer Charakter, einschließlich des Baum- und Gehölzbestands, bewahrt werden. Auch Kindertageseinrichtungen sollen das Wohnquartier künftig bereichern. Der bestehende soziale Zusammenhalt und die guten nachbarschaftlichen Beziehungen innerhalb der Siedlung sollen während der Sanierung und Weiterentwicklung des Quartiers möglichst erhalten bleiben.
Um ein mögliches Potenzial für eine Nachverdichtung zu untersuchen, wurden im Jahr 2020 drei Arbeitsgemeinschaften aus Architektur- und Landschaftsplanungsbüros mit Machbarkeitsstudien beauftragt. Deren Ergebnis hat gezeigt, dass angesichts der Größenordnung sowie der Bedarfe an sozialer Infrastruktur ein Bebauungsplanverfahren erforderlich ist.
Als Grundlage für den weiteren Planungsprozess wurde die Machbarkeitsstudie der Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros Palais Mai, dreisterneplus und grabner huber lipp Landschaftsarchitekten ausgewählt. Mit zwei Veranstaltungen im November 2024 und im April 2025 bot die BImA den Mieterinnen und Mietern die Möglichkeit, sich über die Planungen zu informieren und sich zu beteiligen. Nach Kritik an den Planungen und der Feststellung der Ensembleeigenschaft der gesamten ehemaligen amerikanischen Siedlung durch das Landesamt für Denkmalpflege, wird derzeit ein ensemblewürdigender Masterplan erarbeitet.
Lage
Das Planungsgebiet befindet sich im 17. Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten und umfasst eine Größe von etwa 46,6 Hektar. Es wird begrenzt durch die Lincolnstraße im Norden, die Pennstraße im Süden und die A 995 im Westen. Die Siedlung ist im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).
Chronologie
06/2026 Eintrag in die Denkmalliste als Ensemble „Amerikanische Siedlung im Perlacher Forst“
04/2025 Workshop mit Präsenz- und Online-Beteiligung, veranstaltet durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
11/2024 Infomarkt, veranstaltet durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
06/2024 Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2194 und Änderung des Flächennutzungsplans mit integrierter Landschaftsplanung für den Bereich VI/52