Kulturbaufonds
Der Kulturbaufonds ist eine der ersten Münchner Bürgerinitiativen mit kulturellen Förderprogrammen. Er finanziert Kulturdenkmäler und Kunstprojekte.
Was ist der Kulturbaufonds
Der Kulturbaufonds ist eine der ersten Münchner Bürgerinitiativen mit kulturellen Förderprogrammen.
Er setzt sich für den Erhalt von Kulturdenkmälern und Kunstprojekte in München ein – wo ein öffentliches Interesse, aber wenig oder gar kein Geld vorhanden ist.
Zu verdanken ist dies unter anderem den Spenden engagierter Bürger*innen und Unternehmen.
Entstehung
Nach dem Krieg lag die Stadt in Trümmern. Alle Energie und die spärlich vorhandenen Mittel wurden in erster Linie für den Wiederaufbau von Wohnungen und der Wirtschaftsbetriebe eingesetzt. Einige weitblickende, engagierte Bürger setzten sich dafür ein, auch Baudenkmäler möglichst bald wiederherzustellen, das städtebauliche Erbe zu erhalten und es mit Zukunftsperspektiven zu verbinden.
1946 rief der Stadtrat die Stiftung offiziell ins Leben.
Mitgetragen wurde der Aufruf zur Gründung des Kulturbaufons neben der Münchner Bürgerschaft, dem Münchner Stadtrat ebenfalls vom Freistaat Bayern, von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und religiösen Verbänden.
Gespeist wurde der Fonds hauptsächlich über von Privaten oder Firmen eingehende Spenden sowie durch städtisch geförderten Werbe- und Vertriebsaktionen.
Mit Auflösung der Münchner Aufbaugesellschaft mbH übereignete diese die Anwesen Bräuhausstr. 2+4 zum 1. August 1972 an den Kulturbaufonds. Die dadurch gewonnenen Mieteinnahmen fließen in den Fonds.
Aufgabe des Fonds
Der Fonds hat die Aufgabe, Münchener Kulturdenkmäler und andere Objekte von historischer, künstlerischer, kultureller oder ideeller Bedeutung zu erhalten, zu errichten und wiederherzustellen sowie die Möglichkeit ihrer zeitgemäßen Nutzung zu erkunden. Zu diesem Zweck fördert er ganz oder teilweise die für den Einzelfall notwendigen Projektierungs- und Ausführungsarbeiten.
Der Fonds verfolgt damit ausschließlich und unmittelbar die gemeinnützigen Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung (AO), der Förderung der Kunst und Kultur (§ 52 Abs. 2 Nr. 5 AO) sowie des Denkmalschutzes und Denkmalpflege (§ 52 Abs. 2 Nr. 6 AO).
Was wird gefördert
Eine Förderung ist dann möglich, wenn die Maßnahme den vorgenannten Zwecken entspricht und im Stadtgebiet der
Landeshauptstadt München vorgenommen wird. Zudem ist nachzuweisen, dass die Maßnahme ohne die Zuwendung des Kulturbaufonds nicht durchgeführt werden kann, d. h. nicht ausreichend Eigenkapital oder Fremdkapital vorhanden ist und auch eventuell anderweitige Fördermaßnahmen nicht ausreichend sind. Eine Vorfinanzierung schließt dies aus.
Verwaltungausschuss des Kulturbaufonds
Ein politisch unabhängiges Entscheidungsgremium - der Verwaltungsausschusses des Kulturbaufonds - berät über eine mögliche Förderung. Zu seinen Mitgliedern gehören:
- Prof. Herbert Meyer-Sternberg, Vorsitz, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Stadtplaner
- Marion Grcic-Ziersch, Kunstsachverständige
- Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer, Baureferentin
- Marek Wiechers, Kulturreferent
- Stadträtin Sibylle Stöhr, die GRÜNEN
- Stadtrat Andreas Babor, CSU
Antrag- / Förderprozedere
Teilen Sie uns mit, wo "Ihr München" das Augenmerk von uns allen verlangt! Denn dafür engagieren wir uns, für Sie, für uns, für das München der Münchner*innen. Vorschläge sind herzlich willkommen!
Die Verwaltung des Kulturbaufonds berät Sie gerne bei der Antragstellung.
Beispielhafte geförderte Projekte
Der Kulturbaufonds hat dazu beigetragen, eine Vielzahl Münchner Kulturdenkmäler in städtischem oder privatem Eigentum wieder aufzubauen oder zu erneuern – etwa das Siegestor, die Propyläen und bedeutende Brunnen, wie z. B. den Rindermarkt-Brunnen, den Wittelsbacher Brunnen den Sendlinger-Tor-Brunnen und den Stachus-Brunnen.
Mit der Sanierung des Maschinenhauses der Alten Ziegelei Deck in Oberföhring konnten letzte Zeugnisse der Münchner Ziegelindustrie und somit ein wesentlicher Teil Münchner Stadtgeschichte bewahrt werden.
Mit der Wiederherstellung der Ausstellungsräume im 1. Obergeschoss des neugestalteten Alpinen Museum auf der Praterinsel, konnte die Aufenthaltsqualität und die Attraktivität des Kulturprogramms gesteigert werden.
Durch die Sicherung des Geländes des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers am Standort Ehrenbürgstraße 9, Neuaubing bzw. den Erhalt des Einzeldenkmals Baracke Nr. 5 konnten die baulichen Gegebenheiten und das Stimmungsbild einer Barackenunterkunft für ausländische Zivilarbeiter*innen als geschlossenes Ensemble erfahrbar gemacht werden.
Beispielhafte Kunst-Projekte
Auch lässt der Kulturbaufonds verstärkt bildende Künstler*innen "zu Wort" kommen, die mit ihre Arbeiten Denkanstöße geben. So finanzierte der Kulturbaufonds die Skulpturen des Künstlerpaars Anne und Patrick Poirier zwischen Nordbad und Stadtarchiv, ebenso wie die Lichtspur, die den Weg vom Lenbachhaus zum Kunstbau erleuchtet, oder die (Hand-)Schriftspuren zum Gedenken an Oskar-Maria Graf von Jenny Holzer im Literaturhaus sowie zuletzt die Skulptur „PS (Horsepower)“ von
Alexandra Bircken, die im Rahmen der Gestaltung der Freiflächen am Oskar-von-Miller-Ring und der östlichen Gabelsbergerstraße errichtet wurde und ein Sinnbild für den Umbruch in der Verkehrspolitik darstellt.
Spender*innen gesucht!
Wie vielfältig die vom Kulturbaufonds geförderten Projekte sind und sein können, haben wir Ihnen vorgestellt. Vielleicht haben wir Sie angeregt, ein Stück München zu bewahren oder neu zu (er)finden. Jede Unterstützung ist dabei willkommen. Jede kleine und große Spende zählt. Wer seinen Beitrag auch nur für ein bestimmtes Denkmal oder ein aktuelles Kunstprojekt seiner Wahl leisten
will, kann auch das tun.
Spendenkonto "Kulturbaufonds"
Stadtsparkasse München
BLZ 701 500 00
Konto 203 000
Wer sich im Kulturbaufonds engagiert und/oder für den Kulturbaufonds spendet, tut dies in Sorge und in Sympathie für München.
„Von Bürger*innen für Bürger*innen" ist unser Motto - gestern, heute, morgen.
Kontakt
Telefon: 089 233-760542
E-Mail: G10@muenchen.de