Städtische Dienstleistung hautnah
Stadtverwaltung und kommunale Betriebe zeigen ihre Serviceleistungen beim Aktionstag Da sein für München am 10. Oktober
Infos und Unterhaltung beim Aktionstag
Sie betreuen Kinder in den Kitas, sie sorgen dafür, dass Busse und U-Bahnen fahren, der Müll entsorgt wird, Strom und frisches Wasser fließen oder Parks, Straßen, Brücken und öffentliche Gebäude in Schuss bleiben – und noch viel mehr. Über 55.000 Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung und kommunalen Betriebe leisten rund um die Uhr grundlegende und unverzichtbare Dienstleistungen für alle Bürger*innen: Sie leisten Daseinsvorsorge.
Am kommenden Samstag, 10. Oktober, können alle Münchner*innen am Aktionstag "Da sein für München" die Leistungen der Stadt kennenlernen. Rund um den Marienplatz zeigen von 10 bis 17 Uhr die städtischen Referate und kommunalen Betriebe an 43 Pavillons, was sie zum Alltag in der Stadt beitragen und stellen die neuesten Projekte und Technologien vor. Informieren kann man sich von A wie Abfallvermeiden beim Abfallwirtschaftsbetrieb über K wie Kommunale Verkehrsüberwachung beim Kreisverwaltungsreferat bis Z wie Zentraler Telefonservice beim Direktorium.
Ab 12.15 Uhr werden Oberbürgermeister Dominik Krause und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer die Besucher*innen
von der Bühne auf dem Marienplatz aus begrüßen. Dort gibt es den ganzen Tag über ein musikalisches Programm mit Redebeiträgen.
Der Aktionstag wurde 2004 vom städtischen Gesamtpersonalrat, den Personalvertretungen des Baureferats, des Kommunalreferats und der Stadtwerke München sowie der Gewerkschaft ver.di ins Leben gerufen. Er stand von Anfang an unter dem Motto Erhalt städtischer Dienstleistungen in kommunaler Hand – gegen den Ausverkauf des Gemeinwohls, um auf die Gefahren von Privatisierungsbestrebungen hinzuweisen.
Das Programm liegt auch in der der Stadtinformation aus.
Drei Fragen an Oberbürgermeister Dominik Krause
Warum veranstaltet München den Aktionstag?
Die kommunale Daseinsvorsorge ist die Grundlage für eine funktionierende Stadt. In den vergangenen Jahrzehnten hat München dem EUweiten Privatisierungsdruck standgehalten. Daher sind die wichtigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge – von den liniken über die Münchner Wohnen bis hin zur Münchner Verkehrsgesellschaft – noch immer in kommunaler Hand. Sie sind dadurch einem Renditedruck entzogen. Am Aktionstag zeigen Kolleg*innen aus den städtischen Referaten und Betrieben, was sie tagtäglich für die Münchner*innen leisten.
Wo liegen die aktuellen Herausforderungen für die Daseinsvorsorge?
Für das Miteinander in unserer Stadt halte ich es für unverzichtbar, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Auch beim Klimaschutz sind wir gefragt. Unsere Stadt soll klimaneutral werden – und gleichzeitig widerstandsfähig gegen Hitze und Starkregen. Eine weitere große Aufgabe der kommenden Jahre ist die Verkehrswende. München baut den ÖPNV so stark aus wie seit 60 Jahren nicht mehr. Hinzu kommt eine faire Gestaltung des öffentlichen Raums, so dass auch der Fuß- und Radverkehr genügend Platz hat.
Die Stadt muss sparen. Welche Auswirkungen hat das?
Mir ist es wichtig, dass München trotz großer Herausforderungen liebens- und lebenswert bleibt. Unser eng geknüpftes soziales Netz ist entscheidend für den Zusammenhalt in der Stadt, wir wollen es trotz schwieriger Haushaltslage erhalten. Es wird daher in den kommenden Jahren großer Anstrengungen bedürfen, die Leistungsfähigkeit unserer Daseinsvorsorge zu sichern. Ich kann versichern, dass ich mich dafür einsetzen werde. Mit Tatkraft und den richtigen Ideen, die den Bedürfnissen aller Bürger*innen gerecht werden, wird uns das auch für die Zukunft gelingen.
In München bleiben wichtige Dienstleistungen fest in städtischer Hand
München verändert sich stetig. Insbesondere der anhaltende Zuzug und die klimatischen Veränderungen stellen die Stadtverwaltung und die kommunalen Betriebe vor große Herausforderungen. Ziel ist, dass München eine Stadt für alle bleibt.
Anders als viele andere Städte hat München keine einzige ihrer kommunalen Einrichtungen veräußert. Das ist gut so, denn im Gegensatz zur Privatwirtschaft steht bei den städtischen Betrieben das Gemeinwohl an erster Stelle und nicht das Streben nach schnellem Gewinn. Erwirtschaftete Überschüsse fließen uneingeschränkt an die Gemeinschaft zurück. Die Stadt bekennt sich damit klar zur kommunalen Daseinsvorsorge.
In München bildete sich die städtische Daseinsvorsorge um 1870 heraus, als mit einer fortschrittlichen Bayerischen Gemeindeordnung die Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten der Stadtverwaltung gestärkt wurden.
Drängende soziale und hygienische Missstände in der Stadt wurden angegangen: Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung und ein eigenes Münchner Schulstatut waren der Anfang. Eine planvolle Stadterweiterung, Gasversorgung und Trambahnbetrieb folgten. Die Entwicklungen führten zu einer modernen Infrastruktur und grundlegenden Dienstleistungen für die Bürger*innen. Die städtischen Einrichtungen und Betriebe haben seither mit dem Wachstum Münchens nicht nur Schritt gehalten, sondern übernehmen heute in vielen Bereichen deutschlandweit technische und ökologische Vorbildfunktion.
Die Stadt informiert
"Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 6. Oktober 2026.