Migrationsbeiratswahl - Kandidatinnen und Kandidaten gesucht!

Der Migrationsbeirat ermöglicht politische Teilhabe auch ohne deutschen Pass

15. September 2026

Kandidatinnen und Kandidaten gesucht

"Mach mit!": Plakat der Migrationswahl vom 22. November 2026
"Mach mit!": Plakat der Migrationswahl vom 22. November 2026

Mehr als 480.000 Münchnerinnen und Münchner haben keine deutsche Staatsangehörigkeit, dazu kommen über 230.000 Bewohner*innen der Stadt, die neben der deutschen auch eine weitere Staatsangehörigkeit haben. Am 22. November sind sie dazu aufgerufen, mit dem Migrationsbeirat München ihre Vertretung in der Stadt zu wählen. Das Gremium vertritt seit über 50 Jahren ehrenamtlich die politischen Interessen von Münchnerinnen und Münchnern mit Migrations­geschichte.

Als erster Schritt zur Wahl können jetzt – noch bis Freitag, 25. September, 12 Uhr – Wahlvorschläge beim Wahlamt eingereicht werden.

Wer kann einen Wahlvorschlag einreichen?

Gruppen von mindestens drei wahlberechtigten Personen, aber auch Arbeitnehmerorganisationen oder Verbände der freien Wohlfahrtspflege können Wahlvorschläge einreichen. Einzelpersonen dürfen nicht teilnehmen.

Wahlberechtigt für den Migrationsbeirat und damit auch wählbar sind alle Einwohner*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sowie deutsche Staatsangehörige, die auch einen ausländischen Pass haben oder den deutschen Pass noch nicht länger als zwölf Jahre. Um wählen und gewählt werden zu können, muss man außerdem am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sein und seit mindestens sechs Monaten in München wohnen.

Welche Unterlagen sind nötig?

Alle erforderlichen Formulare stehen auf der Website des Wahlamtes zum Download zur Verfügung. Es müssen unter anderem der Name des Wahlvorschlags sowie aller Bewerberinnen und Bewerber für die Liste angegeben und eine Unterstützerliste mit Unterschriften von 40 wahl­berechtigten Personen vorgelegt werden. Wer sich selbst um einen Sitz im Migrationsbeirat bewirbt, darf allerdings nicht unterschreiben.

Wo reiche ich einen Wahlvorschlag ein?

Wahlvorschläge können per Post an das Kreisverwaltungs­referat, Wahlleitung Migrationsbeiratswahl GL/51, Ruppert­straße 19, 80466 München geschickt werden. Wichtig ist der rechtzeitige Versand, um die Frist zur Einreichung zu wahren. Man kann die Unterlagen aber auch persönlich beim Wahlamt einreichen. Dazu ist eine vorherige Terminvereinbarung per E-Mail an wahlvorschlag.kvr@muenchen.de nötig.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Wahl des Migrationsbeirats finden Sie online unter muenchen.de/migrationsbeiratswahl. Informationen in 24 Sprachen liefert zudem die Integreat-App.

Vielfalt leben – Integration fördern

Personen des Migrationsbeirats München und Bürgermeisterin Verena Dietl im Alten Rathaussaal 2024
Arif Haidary
Vor zwei Jahren feierte der Migrationsbeirat München im Alten Rathaus sein 50-jähriges Bestehen. Bürgermeisterin Verena Dietl betonte dabei die zentrale Rolle des Migrationsbeirats in der Münchner Gesellschaft.

Münchnerinnen und Münchnern, die sonst von Wahlen ausgeschlossen sind, weil sie keinen deutschen Pass haben, sollten sich auf lokaler Ebene an politischen Entscheidungen beteiligen können. Das war die Idee, als die Stadt München 1974 eine Vertretung für Menschen mit Migrationsgeschichte einrichtete – damals noch unter dem Namen Ausländerbeirat.

Seit mehr als 50 Jahren vertritt das Gremium, das inzwischen als Migrationsbeirat firmiert, die Interessen von mittlerweile fast der Hälfte der Menschen in der Stadt und fördert Integrationsprojekte. Man versteht sich als Brücke zwischen Stadtverwaltung, Politik, Vereinen, Verbänden und Bürgerinnen und Bürgern.

40 direkt gewählte, stimmberechtige Mitglieder sowie weitere beratende Mitglieder sind im Migrationsbeirat vertreten. Sie geben Empfehlungen und stellen Anträge an Stadtrat und Stadtverwaltung zu einer Vielzahl von Themen von Erziehung und Bildung, Arbeit und sozialen Fragen, Sport und Freizeit, Kultur und interkulturellem Dialog bis zu Frauen­angelegenheiten, Antidiskriminierung und -rassismus, Migrationspolitik und Politik für Geflüchtete. Darüber hinaus organisiert der Migrationsbeirat Fachtage, Bürgersprech­stunden und politische Diskussionsveranstaltungen, beispielsweise zur Integrationspolitik in Bayern und zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen.

Engagement gegen Rassismus

Gegen Rassismus, Diskriminierung und für Integration macht sich der Migrationsbeirat auf vielen Ebenen stark. So vergibt er gemeinsam mit der Stadt München und dem Verein Lichterkette e.V. jährlich den Förderpreis "Münchner Lichtblicke" an Menschen und Projekte, die sich für Vielfalt, Teilhabe und Zusammenhalt in München einsetzen. Auch in der Jury für den "Mosaik Jugendpreis – mit Vielfalt gegen Rassismus", in Bündnissen gegen Rassismus und Diskriminierung wie "München ist bunt" und bei der jährlichen Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März beteiligt sich der Migrationsbeirat. Mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt rund 200.000 Euro hat das Gremium im vergangenen Jahr außerdem mehr als 100 Integrations­projekte unterstützt. Vielfalt erleben und Begegnungen feiern steht beim "Fest der Kulturen" im Mittelpunkt, das der Migrationsbeirat in Kooperation mit der Stadt München jeden Sommer im Westpark mit einem bunten Programm aus Musik, Tanz, Kultur und Kulinarik feiert.

Mehr Informationen zum Migrationsbeirat gibt es unter:

Information

Die Stadt informiert

"Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 15. September 2026.