Starke Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit in München

Am 27. Februar war Equal Pay Day | Chancengerechtigkeit in der Stadtverwaltung | Seit 40 Jahren: Die städtische Gleichstellungsstelle für Frauen

03. März 2026

Stark machen für die Gleichstellung

Oberbürgermeister Dieter Reiter, Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal und weitere Personen mit Infotafeln auf dem Marienplatz
Michael Nagy / Presse- und Informationsamt
"Equal Pay Day"-Aktion auf dem Marienplatz

OB Reiter ist überzeugt: „Es ist höchste Zeit für Equal Pay!“

Am 27. Februar war Equal Pay Day. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland – statistisch betrachtet – umsonst arbeiten. „Dass wir einen Lohnunterschied in Höhe von 16 Prozent zwischen Frauen und Männern haben, ist ein gesellschaftlicher Skandal,“ so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Mit diesen klaren Worten protestierte er gemeinsam mit der städtischen Gleichstellungsstelle für Frauen und dem Münchner EPD-Aktionsbündnis gegen Lohndiskriminierung letzten Donnerstag auf dem Marienplatz. Der OB und das Bündnis weisen seit Jahren auf diesen Missstand hin. Der Wert stagniert mit 16 Prozent auf dem Vorjahreswert. Und nicht nur das: Deutschland zählt bei der Lohngerechtigkeit für Frauen weiterhin zu den Schlusslichtern in der EU. In Belgien etwa liegt der Gender Pay Gap, die geschlechtsspezifische Lohnlücke, bei 0,7 Prozent, in Italien bei 2,2 Prozent.

Erziehung der Kinder, Pflege von Angehörigen, Organisation des Familienlebens – der Gender Care Gap, also die Lücke zwischen den Geschlechtern bei der Verteilung der Sorgearbeit, ist die Hauptursache für den Gender Pay Gap. Frauen verzichten auf bezahlte Erwerbsarbeit zugunsten der Sorgearbeit.

So arbeiten sie fast dreimal so häufig in Teilzeit wie Männer. Außerdem sind Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen tätig und arbeiten seltener in hoch dotierten Führungspositionen. Und auch wenn die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit herausgerechnet wird, verdienen Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten durchschnittlich sechs Prozent weniger als Männer.

Nicole Lassal, städtische Gleichstellungsbeauftragte: „Wir müssen uns für Entgeltgleichheit einsetzen, nicht nur, um die Diskriminierung von Frauen zu beenden, sondern auch, um Altersarmut zu vermeiden. Zukünftige Generationen von Mädchen und jungen Frauen müssen Zugang zu existenzsichernden und gleichgestellten Arbeitsverhältnissen erhalten.“

Chancengerechtigkeit in der Stadtverwaltung

Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein zentrales Anliegen der Stadt

59,5 Prozent aller städtischen Beschäftigten sind weiblich und 50,9 Prozent der Führungspositionen bei der Stadt sind mit Frauen besetzt. Acht der 15 städtischen Referate haben eine Frau an der Spitze. Denn die Stadtverwaltung hat sich die Gleichstellung auf die Fahne geschrieben. Ihrem Handeln liegen die im Jahr 2000 verfassten Leitsätze zur Chancengleichheit zugrunde.

So unterstützt die Stadt ihre Mitarbeitenden bestmöglich, damit sie Erwerbs- und Sorgearbeit gerechter aufteilen können. Unterschiedliche Teilzeitmodelle wie auch das Modell der geteilten Führung und Führung in Teilzeit oder die großzügige und realitätsnahe Handhabung von HomeOffice ermöglichen Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Zudem bietet die Stadt etwa auch Kontingentplätze in ihren Kitas und auch kurzzeitige Notfallbetreuung an.

Außerdem unterstützt sie ihre Mitarbeiter*innen beim beruflichen Wiedereinstieg und bezahlt geschlechterneutral. Mit diesen Maßnahmen schafft die Stadt als Arbeitgeberin die grundlegenden Bedingungen für berufliche Chancengerechtigkeit.

Stadt ist Vorreiterin bei der Gleichstellung

Jubiläumsfeier 40 Jahre Gleichstellungsstelle für Frauen im Saal des Alten Rathauses: Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal und ihre Vorgängerinnen Friedel Schreyögg und Michaela Pichlbauer begrüßen (von rechts)
Michael Nagy / Presse- und Informationsamt
Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal und ihre Vorgängerinnen Friedel Schreyögg und Michaela Pichlbauer begrüßen (von rechts)

Seit 40 Jahren arbeitet die Gleichstellungsstelle für Frauen für Chancengerechtigkeit

Als 1985 die Gleichstellungsstelle für Frauen ihr Büro im Münchner Rathaus bezog, leistete die Stadt damit Pionierarbeit. München war die erste Stadt in Bayern, die eine solche Stelle schuf. Inzwischen gibt es in München ein großes und sehr gut funktionierendes Netzwerk von Einrichtungen und Projekten, die für Gleichberechtigung einstehen und arbeiten. Mit dem Frauenhandbuch, das inzwischen digital unter frauenhandbuch-muenchen.de zu finden ist, bietet die Gleichstellungsstelle einen entsprechenden Überblick.

Außerdem sorgt die Gleichstellungsstelle innerhalb der Stadtverwaltung dafür, dass gleichstellungsrelevante Themen in allen Bereichen berücksichtigt werden. Sie berät Mitarbeiter*innen wie auch Bürger*innen zu diesen Themen, sie würdigt mit dem Anita Augspurg Preis Leistungen, die zur Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen beitragen, sie initiiert und begleitet Veranstaltungen wie den Equal Pay Day und sie greift brennende Themen auf, wie etwa die erstarkende Gewalt gegen Frauen. Hierzu bietet sie auch umfassende Infos unter gleichberechtigung-schuetzt-vor-gewalt.de an.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Mit der Gründung der städtischen Gleichstellungsstelle für Frauen im Jahr 1985 hat München ein starkes Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit gesetzt und dieses Ziel in den vergangenen vier Jahrzehnten konsequent verfolgt. Geschlechtergerechtigkeit ist und bleibt ein zentrales Anliegen unserer kommunalpolitischen Arbeit."

Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 3. März 2026.