Equal Pay Day
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen* rein rechnerisch umsonst arbeiten, dieses Jahr findet er am 27. Februar 2026 statt.
Equal Pay Day 2026
Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day. In München findet aus diesem Anlass eine Veranstaltung statt.
Flash Pop
am 26. Februar um 16 Uhr
auf dem Marienplatz unter dem Motto
Pop the Gap: Lassen wir die Lohnlücke platzen!
Programm:
- Grußwort
- Rede vom Schirmherr der Aktion, Oberbürgermeister Dieter Reiter
- Performance: Lebensweg der Frauen*
- Mitmach-Aktion: Luftballons platzen lassen!
Musikalische Begleitung durch die Percussiongruppe Drumadama.
Wir freuen uns auf viele Unterstützer*innen!
Kontakt
Kontaktadresse des Münchner Aktionsbündnisses
zum Equal Pay Day:
epd-aktionsbuendnis@bpw-muenchen.de
Besuchen Sie uns auch auf:
Instagram: http://www.instagram.com/epdmuenchen
LinkedIn: https://www.linkedin.com/showcase/equal-pay-day-m%C3%BCnchen
Grußwort von Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Equal Pay Day 2026
Liebe Münchnerinnen und Münchner, liebe Engagierte!
Am 27. Februar ist Equal Pay Day. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland – statistisch betrachtet – umsonst arbeiten. Dass wir einen Lohnunterschied in Höhe von 16 Prozent zwischen Frauen und Männern haben, ist ein gesellschaftlicher Skandal. Und dass diese Lohnlücke wieder nicht gesunken ist, fordert unser Handeln. Deutschland zählt bei der Lohndiskriminierung zu den Schlusslichtern in der EU: Frauen verdienen weniger, obwohl sie nicht weniger arbeiten - ein großer Teil ihrer Arbeit bleibt unbezahlt.
Frauen verzichten auf bezahlte Erwerbsarbeit zugunsten der unbezahlten Sorgearbeit. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Branchen - in der Folge steigen sie seltener in besser bezahlte Führungspositionen auf. Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit ist die wesentliche Ursache für den geringeren Stundenlohn. Aber selbst, wenn dies herausgerechnet wird, verdienen Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten durchschnittlich 6 Prozent weniger als Männer.
Gegen diese Lohndiskriminierung wird am 26. Februar am Münchner Marienplatz protestiert!
Für die Frauen sind die Folgen der fehlenden Lohngerechtigkeit eine niedrigere Existenzsicherung und drohende Altersarmut. Aber auch der Wirtschaft fehlen weibliche Fachkräfte mit ihren innovativen Perspektiven. Chancengleichheit im Beruf und Lohngerechtigkeit sind ein Schlüssel zur Gleichberechtigung von Frauen – es profitieren aber auch Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Stadt München zeigt, wie es besser geht: Rund 60 Prozent der städtischen Beschäftigten sind weiblich, und Frauen besetzen 50 Prozent der Führungspositionen. Wir unterstützen unsere Mitarbeitenden bei der gerechteren Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit.
Als Oberbürgermeister ist es mir ein Anliegen, auf die Ungerechtigkeit des Gender Pay Gap hinzuweisen und das Münchner Aktionsbündnis im Kampf für Lohngerechtigkeit zu unterstützen. Es ist höchste Zeit für Equal Pay! Lassen wir die Lohnlücke platzen!
Dieter Reiter
Oberbürgermeister
Dank den Unterstützer*innen
Dank den langjährigen Unterstützer*innen BPW (Business and Professional Women), FrauenVermögen (Frauenvermögenverwaltung AG) und Firma Ströer sowie neu seit 2026 der Stadtsparkasse München.
Allgemeine Informationen zum Equal Pay Day
Nach den Streiks der Frauen in einer Automobilfabrik in Dagenham in England hat 1988 das internationale Frauen-Netzwerk BPW (Business and Professional Women) in den USA die „Red Purse Campaign“ (Initiative Rote Tasche) initiiert, um auf die international bestehende Lohnkluft hinzuweisen! Die roten Taschen stehen dabei für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.
Das Netzwerk Business and Professional Women Germany griff diese Initiative auf und führte 2008 den EPD erstmals in Deutschland durch – eigentlich eine längst überfällige Aktion zur Unterstützung der Frauen*!
Die bundesweite EPD-Offensive richtet sich vor allem an Akteur*innen der Wirtschaft, an Arbeitgeber*innen, an Arbeitnehmer*innen und an Selbstständige – insgesamt soll aber die breite Öffentlichkeit angesprochen werden.
In München engagieren sich seit 2008 verschiedenste Frauen*initiativen für den jährlichen Aktionstag und formierten sich 2011 zum EPD Aktionsbündnis München – bisher mit über 40 Bündnispartnerinnen!
Warum in Englisch, warum im Februar?
EQUAL PAY DAY (EPD) so kurz und prägnant ins Deutsche zu übersetzen, ist nicht möglich. Daher bleibt der Begriff einprägsam in englisch und spiegelt zusätzlich die Internationalität des Themas wieder.
Das Datum markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Frauen* und Männern*, der in Deutschland derzeit bei 16 Prozent - in Bayern sogar bei 19 Prozent - liegt. Das heißt, rein theoretisch arbeiten Frauen* bis zum 27. Februar umsonst, während Männer* schon seit Jahresbeginn für ihre Arbeit bezahlt werden. Damit bildet Deutschland eines der Schlusslichter in der EU, dort beträgt der durchschnittliche Entgeltunterschied "nur" 12 Prozent.
Die Gründe für die statistisch messbaren Entgeltlücke sind vielfältig. Die drei wichtigsten sind:
Die traditionelle Aufgabenverteilung in der Familie, geschlechtertypische Berufswahl und Diskriminierung bei der Beförderung in Führungspositionen. Frauen* und Männer* verteilen sich auch nicht gleichmäßig über alle Berufsbranchen.
Frauen* unterbrechen und/oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer*. Das zieht lebenslange Einbußen bei der Karriere- und Einkommensentwicklung nach sich.
Typische „Frauenberufe“ werden gering geschätzt und schlecht bezahlt. In allen Branchen, insbesondere in den „Männerdomänen“ fehlen trotz gleichem oder sogar besserem Ausbildungsniveau häufig Frauen* in gut dotierten Führungspositionen. Mangelnde Lohntransparenz und fehlende Kontrolle verhindern einen Abbau des Lohn- und Gehaltsunterschieds zwischen den Geschlechtern.
Was ist meine Arbeit wert?
Frauen* verdienen in Deutschland im Durchschnitt 16 Prozent weniger als Männer. Erziehung und Pflege sind Berufe mit steigendem Bedarf und trotzdem sind sie im Vergleich schlecht bezahlt. Daher muss eine steigende Wertschätzung gegenüber diesen Berufen monetär, gesellschaftlich und qualitativ erreicht werden.
In den sogenannten „Männerberufen“ fehlen dagegen die Frauen* – ganz besonders in Führungspositionen. Für eine bessere Durchmischung müssen diese Branchen für Frauen* in Zukunft attraktiv und zugänglich sein.
Transparenz bei der Bezahlung
2018 ist das "Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" in Kraft getreten. "Zentrales Instrument ist der Auskunftsanspruch, mit dem Beschäftigte das Recht erhalten zu erfahren, ob sie gerecht bezahlt werden", erklärte die damalige Bundes-Familienministerin Schwesig (SPD) dazu im Bundestag.
Lohntransparenz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entgeltgerechtigkeit von Frauen* und Männern*. Es darf aber nicht die einzige Maßnahme sein und bleiben, denn die Ursachen für die Gehaltslücken zwischen den Geschlechtern sind vielfältig – dafür steht auch unsere Kampagne!
Initiatorin für den EPD in München ist die Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen zusammen mit dem BPW Club München und dem Stadtbund Münchner Frauenverbände. In dem Aktionsbündnis sind auch die Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München, die Frauenorganisationen der Parteien, des DGB, die Münchner Frauennetzwerke und viele andere Frauen*organisationen vertreten.
Wo gibt es bundesweit EPD-Infos und Unterstützung?
Unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gibt es seit 2011 die ganzjährig tätige zentrale Business and Professional Women Geschäftsstelle für Entgeltgleichheit. Sie bietet Informationen rund um das EPD Thema und veranstaltet bundesweite EPD-Foren, um dadurch Multiplikator*innen auf das aktuelle Schwerpunktthema vorzubereiten und so den Aktionstag in ganz Deutschland zu unterstützen.