Gestaltung Maria-Nindl-Platz
Der neue Maria-Nindl-Platz zeigt, wie hochwertige Gestaltung des öffentlichen Raums und Klimaanpassung zusammengehen.
Feierliche Eröffnung des Maria-Nindl-Platzes
Bürgermeisterin Mona Fuchs und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer haben am Samstag gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Bogenhausen, Samuel Moser, der Genossenschaft für Quartiersorganisation (GeQo) und der „Neuen Ziegelei – Zentrum für Soziales und Kultur“ den neuen Maria-Nindl-Platz im Prinz-Eugen-Park eröffnet. Der rund 4.000 Quadratmeter große Quartiersplatz wird künftig ein zentraler Treffpunkt für die Bürger*innen im Quartier. Er verbindet Wohnen, Nahversorgung sowie die „Neue Ziegelei – Zentrum für Soziales und Kultur“ und ist über alle umliegenden Fußwege erreichbar.
Neuer Treffpunkt im Prinz-Eugen-Park
Viele Bewohner*innen des Prinz-Eugen-Parks nutzten am Samstag die Gelegenheit, ihren neuen Platz kennenzulernen und gemeinsam zu feiern. Für Kinder gab es Spielangebote. Eine Modenschau und eine Sambagruppe sorgten für ein lebendiges Programm und gute Stimmung. Ein besonderer Moment war die Inbetriebnahme des Wasserspiels „Salon der Gezeiten“ der Künstlerin Judith Albert. Viele Besucher*innen freuten sich über das neue Zentrum im Quartier: einen Ort, an dem man sich treffen, verweilen und gemeinsame Zeit genießen kann.
Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Der Maria-Nindl-Platz ist ein Gewinn für die Menschen im Prinz-Eugen-Park. Besonders wichtig war es uns, den Platz mit vielen neuen schattenspendenden Bäumen zu begrünen und fit für die Zukunft zu machen. Hier entsteht ein Ort, der Nachbarschaft stärkt und Begegnung möglich macht. Egal ob beim kurzen Gespräch im Alltag, beim Spielen mit Kindern oder beim Marktbesuch. Genau solche Orte braucht eine lebendige Stadtgesellschaft.“
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Der neue Maria-Nindl-Platz zeigt, wie hochwertige Gestaltung des öffentlichen Raums und Klimaanpassung zusammengehen. Mit klimaresilienten Bäumen, offenen Baumscheiben, Stauden und Gräsern entsteht Schritt für Schritt ein grüner, im Sommer beschatteter und so wenig wie möglich versiegelter Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität.“
Die Vorstände der GeQo Lisa Schäfer und Mara Roth sagen: „Die Eröffnung des Maria-Nindl-Platzes ist für uns ein ganz besonderer Meilenstein. Nun fügt sich das letzte Puzzleteil in das Quartier, es ist jetzt komplett. Wir sind sicher, dass der Platz ein sehr lebendiger Treffpunkt für die Menschen aus der Umgebung wird. Und wir selbst freuen uns auch, dass wir nun aus dem Fenster der Quartierszentrale nicht länger auf Bauzäune, sondern auf Bäume und das schöne Wasserspiel schauen können."
Auch Martin Feichtenbeiner vom Münchner Roten Kreuz und Hausleiter der Neuen Ziegelei freut sich für die Bürger*innen über die gelungene Fertigstellung des Maria-Nindl-Platzes: „Nach der Bauphase gibt es nun reichlich Platz für alle Generationen um sich zu treffen, sich auszutauschen und zu begegnen, und die Besonderheit des Ortes zu genießen und teilzuhaben. Neben unserem Zentrum für Soziales und Kultur in der Neuen Ziegelei ein weiterer Raum für gelebtes Miteinander.“
Ein Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität
Der Maria-Nindl-Platz ist als Bereich für Fußgänger*innen gestaltet. Ein polygonaler Plattenbelag in unterschiedlichen Schattierungen fasst den Platz und die angrenzenden Gehwege in der Eugen-Jochum-Straße und der Ruth-Drexel-Straße zu einem einheitlichen Stadtraum zusammen. Dadurch wird die Neue Ziegelei direkt auf der Platzfläche verankert. 39 Bäume aus Baumarten, die besonders an die Bedürfnisse der Stadt der Zukunft angepasst sind, bilden einen Baumhain auf der Platzfläche. Sie spenden Schatten und verbessern das Klima im Quartier. Die Bäume stehen in großen mit Stauden und Gräsern bepflanzten Baumscheiben, die Insekten Lebensraum bieten. Die Pflanzungen erfolgen schrittweise bis Frühjahr 2027.
Sitzbänke mit Arm- und Rückenlehnen sowie unterschiedlich hohe Sitzsteine an den Grünflächen laden zum Verweilen ein. Für Radfahrende stehen 55 Fahrradständer bereit. Ein Trinkbrunnen sorgt für Erfrischung. Das Regenwasser wird vor Ort versickert. Ein Teil des Wassers kommt direkt den Baumscheiben zugute. Damit leistet der Platz einen Beitrag zur Klimaanpassung im Prinz-Eugen-Park.
Die befestigten Flächen sind zugunsten der klimaangepassten Gestaltung auf ein notwendiges Minimum beschränkt. Zwischen den begrünten Baumscheiben ist eine Vielzahl an Wegebeziehungen berücksichtigt, die die umliegenden Gebäude miteinander verbinden. Blindenleitsysteme verbinden unter anderem die Eingänge der Neuen Ziegelei mit dem benachbarten Wohn- und Geschäftsgebäude und tragen zur Barrierefreiheit des Platzes bei.
Ein zentrales Element des Ortes ist das Kunst-am-Bau-Projekt „Salon der Gezeiten“ der Schweizer Künstlerin Judith Albert. Das Wasserspiel besteht aus einer Sesselgruppe aus Naturstein, die im Chesterfield-Stil gearbeitet ist. In einem flachen Natursteinbecken steigt und sinkt das Wasser in einem festen Rhythmus. Dieser ist mit dem Licht eines stilisierten Mondes verbunden, der über dem Becken schwebt. Das Wasserspiel stärkt die blaugrüne Infrastruktur und wird den Platz besonders in den warmen Monaten zu einem attraktiven Treffpunkt werden lassen. Die Brunnenanlage wird im Umwälzverfahren nachhaltig betrieben. Dabei wird das Brunnenwasser mit geeigneten Pflegemitteln entsprechend aufbereitet, sodass es über mehrere Wochen hinweg verwendet werden kann. So wird der Wasserbedarf des Brunnens geringgehalten.
Im Süden des Platzes gibt es außerdem Stromanschlüsse. Damit hat das Baureferat die technische Voraussetzung für eine von der GeQo organisierten Marktnutzung im Quartier geschaffen. Die dafür nötigen Stellplätze für Marktbeschicker*innen sind bereits vorgesehen.
In die Planung sind Wünsche aus dem Quartier eingeflossen. Bei Beteiligungsterminen hatten sich die Bürger*innen viel Grün, Bäume, einen begehbaren Brunnen, einen besonderen Belag sowie Flächen für Märkte und Veranstaltungen gewünscht. Diese Anregungen hat das Baureferat berücksichtigt.
Die Projektkosten liegen bei rund 5,8 Millionen Euro. Die Errichtung der 55 Fahrradabstellplätze wurde mit Zuwendungen des Bundes aus dem Sonderprogramm Stadt und Land und nach dem Sonderprogramm B+R gefördert. Der Baubeginn war im Mai 2025. Die Tiefbauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende August 2026 abgeschlossen. Die letzten Pflanzungen folgen bis Frühjahr 2027.