Botanikum
Beiderseits der Feldmochinger Straße in Moosach sind rund 600 Wohnungen, Frei- und Grünflächen, eine Grundschule sowie mehrere Betreuungseinrichtungen geplant.
Projekt
Das Planungsgebiet ist zirka 7,7 Hektar groß und liegt am nördlichen Rand des Stadtbezirks Moosach. Hier befinden sich Flächen, die sich für eine Bebauung mit zirka 600 Wohnungen sowie als Grundschulstandort eignen. Das südlich angrenzende Siedlungsgebiet soll durch neue Infrastrukturen und Grünflächen angeschlossen werden. Ein Teil der ökologisch bedeutenden Grünverbindung südlich des Rangierbahnhofs und nördlich der ehemaligen Gleistrasse soll gesichert werden.
Der Stadtrat hat dem Vorschlag von Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk zugestimmt, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Einen ersten Entwurf für das neue Quartier hat ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb geliefert. Das Wettbewerbsergebnis dient als Grundlage des Bebauungsplanverfahrens.
Lage
Das Planungsgebiet gliedert sich in zwei Teilbereiche westlich und östlich der Feldmochinger Straße.
Westlich der Feldmochinger Straße, wo bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen waren, soll im Süden ein attraktives Stadtquartier mit Geschosswohnungsbau einschließlich der notwendigen sozialen Infrastruktur sowie qualitätsvolle Grün- und Freiflächen entstehen. Nördlich davon wird das „Botanikum" – bestehend aus Künstlerateliers und Veranstaltungsflächen zum Mieten – überplant. Hier wird die zugehörige öffentliche Grünfläche, ein Teil der notwendigen naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen und Maßnahmenflächen für den Artenschutz sowie ein überregionales jugendkulturelles Zentrum entstehen.
Östlich der Feldmochinger Straße ist ein weiteres Stadtquartier mit Geschosswohnungsbau mit qualitätsvollen Grün- und Freiflächen geplant. Weiter östlich daran angrenzend soll eine Grundschule mit Freisportflächen entstehen.
Wettbewerb
Die heutigen Landwirtschaftsflächen sollen einer baulichen Entwicklung zugeführt werden. Auf dem 2,6 Hektar großen Wettbewerbsgebiet soll ein attraktives Stadtquartier entstehen.
Das Wettbewerbsergebnis dient dem anschließenden Bebauungsplanverfahren als Planungsgrundlage. Das Wettbewerbsgebiet umfasst mit zirka 2,6 Hektar nur einen Teilbereich des künftigen Bebauungsplanumgriffs.
In der Preisgerichtssitzung am 29. April 2022 wurden folgende Preise vergeben:
1. Preis: O&O Baukunst GmbH, Köln mit studio grüngrau Landschaftsarchitektur, Düsseldorf
2. Preis: su und z Architekten BDA, München mit studio B landschaftsarchitektur, München
3. Preis: ENEFF Architekten, München mit Stephan Huber Landschaftsarchitektur, München
Der Siegerentwurf zeichnete sich aus durch eine hohe Nutzungsflexibilität der Baukörper, einen großen zusammenhängenden Innenhof und eine geschlossene Randbebauung, durch die Lärmimmissionen gut abgeschirmt werden können. Zwei Hochpunkte an der Feldmochinger Straße schaffen einen erkennbaren Stadteingang für die zukünftigen Bewohner*innen.
Die dadurch entstehende hohe Wohnqualität überzeugte das Preisgericht, sodass es einstimmig empfahl, das Büro O&O Baukunst GmbH, Köln mit studio grüngrau Landschaftsarchitektur, Düsseldorf mit der weiteren Planung zu beauftragen.
Wettbewerbsergebnis
1. Preis: O&O Baukunst GmbH, Köln mit studio grüngrau Landschaftsarchitektur, Düsseldorf
2. Preis: su und z Architekten BDA, München mit studio B landschaftsarchitektur, München
3. Preis: ENEFF Architekten, München mit Stephan Huber Landschaftsarchitektur, München
Ausloberin
MünchenBau Holding GmbH, Terrafinanz Projekt 2 GmbH
Lage
Das Planungsgebiet befindet sich im Stadtbezirk 10 Moosach, westlich und östlich der Feldmochinger Straße.
Anlass und Ziel des Wettbewerbs
Die Ausloberinnen des Wettbewerbs und Eigentümerinnen MünchenBau Holding GmbH und die Terrafinanz Projekt 2 GmbH möchten die heutigen Landwirtschaftsflächen einer baulichen Entwicklung zuführen und auf dem 2,6 Hektar großen Wettbewerbsgebiet ein attraktives Stadtquartier mit qualitätsvollen Frei- und Erholungsflächen entstehen lassen.
Würdigung des Preisgerichts (Auszug)
„Die geplante Bebauung erzeugt durch die präzise bauliche Rahmung des grünen Innenbereichs eine klare Trennung zwischen Öffentlichkeit und dem großen zusammenhängenden grünen Innenhof.
Durch die entschiedene Stellung der Gebäudekanten direkt an die Straßenkante im Süden werden vorgelagerte Resträume vermieden.
Zwei Hochpunkte markieren an der Feldmochinger Straße den Stadteingang bzw. die beiden Quartiersteile. Diese erscheinen in ihrer Dominanz etwas überinstrumentiert und sollten in einer weiteren Bearbeitung in ihrer Höhenentwicklung und Volumetrie stärker differenziert und in ihrer städtebaulichen Dominanz kontrolliert werden.
Die Baukörper lassen insgesamt eine hohe Nutzungsflexibilität zu, so dass die Zuordnung von einzelnen Nutzungsbereichen (Wohnen vs. Nicht-Wohnnutzungen) in weiteren Schritten präzise erfolgen kann.
Grundsätzlich erscheinen die vorgeschlagenen Gebäude relativ tief. Die gezeigte Bebauungsdichte liegt deutlich über den geforderten Zielwerten. Dies erscheint jedoch lösbar, da die Gebäudetiefen punktuell verringert werden könnten, um noch bessere Wohnungsgrundrisse zu ermöglichen, ohne die Zielgröße der Dichte zu verfehlen. In der Nordostecke (Hochpunkt) ist im Weiteren zu untersuchen, wie auch hier qualitätvolles Wohnen realisiert werden könnte, wie dies in ähnlicher Situation an der Nord-West-Ecke im Entwurf gelingt. Zu untersuchen wäre, ob die dadurch resultierende Reduzierung von Geschossfläche durch ein weiteres Geschoß auf den nördlichen Gebäuden zu kompensieren wäre.
Der große zusammenhängende Innenhof stellt ein großes Potential für das Wohnumfeld dar. Durch seine Großzügigkeit ist es möglich, die notwendigen Ansprüche an Kindergartenflächen, Brandschutz, und hochwertige Aufenthaltsbereiche entspannt umzusetzen und auch den klimatischen Belangen an nächtliche Abkühlung, Versickerung und intensiver Durchgrünung gerecht zu werden. Gleichzeitig wird ein räumlicher Schwerpunkt sinnfällig in den zentralen Bereich des Hofes gesetzt und die Kindergartenflächen an die Randbereiche gelegt.
Insgesamt stellte der Entwurf einen sehr überzeugenden Beitrag dar."
Empfehlung des Preisgerichts (Auszug)
„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit mit der weiteren Planung gem. Auslobung zu beauftragen. Dabei sind die Hinweise aus der schriftlichen Beurteilung zu beachten."
Preisgerichtssitzung
29. April 2022
Koordination
Böhm Glaab Sandler Mittertrainer
Die nächsten Schritte
Der Billigungsbeschluss des Stadtrats erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2028.
Chronologie
05 bis 06/2023 Frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 1 BauGB mit Erörterung
03/2023 Bekanntgabe Wettbewerbsergebnis
04/2022 Preisgerichtssitzung im Wettbewerb
11/2021 Auslobung Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb „Südlich des Botanikums“ in Moosach
06/2021 Beschluss für das jugendkulturelle Zentrum
03/2021 Aufstellungs- und Eckdatenbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2165