Sanierung kommunaler Sportstätten: München bewirbt sich

Die Landeshauptstadt München bewirbt sich mit einem Maßnahmenpaket um Bundesmittel zur Sanierung kommunaler Sportstätten.

14. Januar 2026

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Laufbahn des Sportparks Freiham.
Amelie Niederbuchner

München bewirbt sich mit umfassendem Maßnahmenpaket um Bundesförderung

München investiert gezielt in die Zukunft der Sportinfrastruktur: Die Landeshauptstadt München beteiligt sich mit einem breit angelegten Maßnahmenpaket am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Ziel ist es, Sanierungen und Modernisierungen von kommunalen und vereinseigenen Sportanlagen umzusetzen – insbesondere mit Blick auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Gefördert werden Sportanlagen von besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung, die überwiegend öffentlich nutzbar sind. Für das Förderprogramm stellt der Bund bundesweit 666 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund beteiligt sich mit bis zu 45 Prozent an den zuwendungsfähigen Kosten, die Kommune trägt mindestens 55 Prozent. Die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt nach Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Für die Modernisierungsarbeiten an Frei- und Bezirkssportanlagen sowie Vereinsbaumaßnahmen plant die Landeshauptstadt München Investitionen von 43,4 Millionen Euro, um Sportangebote für alle Münchner*innen auch langfristig zu sichern.

Amelie Niederbuchner

Nachhaltige Modernisierung im gesamten Stadtgebiet

Die Landeshauptstadt München bewirbt sich mit folgenden drei kommunalen Sportbauprojekten für eine Förderung durch den Bund:

Mit dem Bauprogramm Kunstrasenplätze werden schrittweise 35 bestehende Kunstrasenplätze ersetzt, die bislang mit Kunststoffgranulat gefüllt sind. Hintergrund ist ein EU-weites Verbot solcher Füllstoffe ab 2031. Die neuen Systeme setzen auf umweltfreundliche, zertifizierte Materialien wie Quarzsand oder Kork und Recyclingfähigkeit. Das 1. Kunstrasenpaket umfasst fünf Plätze an drei Standorten und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Mikroplastik sowie zur langfristigen Sicherung des Sportbetriebs.

Die Freisportanlage an der Aubinger Straße soll modernisiert werden. Geplant sind unter anderem die Umwandlung des Tennenplatzes in einen nachhaltigen Kunstrasenplatz, die Sanierung bestehender Spielfelder, neue technische Ausstattung wie Flutlicht und Beregnung sowie barrierefreie Erschließungen. Die Maßnahme kommt ansässigen Vereinen wie der TSG Pasing als auch dem Schulsport zugute.

Auch die Bezirkssportanlage an der Westpreußenstraße soll umfassend modernisiert werden. Neben der Erneuerung von Kunstrasen- und Rasenspielfeldern ist die Modernisierung der Laufbahn und der technischen Ausstattung vorgesehen. Besonderes Augenmerk liegt auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Inklusion. Die Anlage wird intensiv von mehreren Vereinen sowie umliegenden Schulen genutzt und ist ein zentraler Sportstandort im Stadtbezirk.

Rund zwei Drittel der Sportstätten in Deutschland befinden sich im Besitz von Vereinen. Sie ergänzen die kommunale Infrastruktur maßgeblich und ermöglichen insbesondere im Kinder- und Jugendsport ein breites Angebot. Mit der Bewerbung im Bundesprogramm setzt die Landeshauptstadt München bewusst auf diese Partnerschaft, um Sanierungsbedarfe gemeinsam zu bewältigen, öffentliche Nutzung zu sichern und finanzielle Spielräume für weitere Projekte zu schaffen.

Vereinsbaumaßnahmen: Investitionen in den Breitensport

Der MTV München von 1879 ist mit rund 8.000 Mitgliedern der größte Breitensportverein Münchens. Durch den geplanten Umbau werden mehrere Großspielfelder in moderne Hockey- und Fußballkunstrasenplätze umgewandelt. Ergänzt wird die Anlage um Beachvolleyball- und Padelplätze, LED-Flutlicht, barrierefreie Wege sowie zusätzliche Infrastruktur. Ziel ist ein ganzjährig verlässlicher Sportbetrieb, insbesondere für Kinder- und Jugendteams. So werden städtische Sportstätten entlastet und Synergien mit dem benachbarten Schulstandort geschaffen.

Die DJK Fasangarten e.V. ist ein wachsender Stadtteilverein mit hohem Kinder- und Jugendanteil. Der stark beanspruchte Naturrasenplatz ist nur eingeschränkt bespielbar. Geplant ist die Umwandlung in einen klimaneutral zertifizierten Kunstrasenplatz mit Sand-Kork-Verfüllung, ergänzt durch Regenwassermanagement, LED-Flutlicht, barrierearme Wege und einen überdachten Zuschauerbereich. Die Maßnahme schafft verlässliche Kapazitäten für den Trainings- und Spielbetrieb, stärkt soziale Angebote, Schulkooperationen und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

Der Münchner Sportclub e.V. verfügt über eine seit 2010 aus Sicherheitsgründen gesperrte Halle. Mit Unterstützung des Bundesprogramms eröffnet sich erstmals wieder die Perspektive für einen nachhaltigen Neubau. Entstehen soll die erste Kalt- und Multifunktionshalle Münchens. Das innovative Projekt steht dabei vollständig unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit (Holzfassade, Flachdach als Grundlage der extensiven Begrünung und Photovoltaik, sorgfältige Auswahl der verbauten Materialien etc.). Zur wichtigen Barrierefreiheit gehört die konsequente Ebenerdigkeit für alle Räume und Erschließungen. Hinsichtlich der Belegung wird das Ziel verfolgt, den Standort wieder als lebendiges Sportzentrum nicht nur für Hockey, sondern auch für andere Sportarten und als Bereicherung für den gesamten Stadtteil zu entwickeln.

Bürgermeisterin Verena Dietl

3. Bürgermeisterin Verena Dietl
© Erol Gurian
3. Bürgermeisterin Verena Dietl

„Die Sportmilliarde des Bundes ermöglicht es Kommunen, wichtige Anlagen des Breitensports zu sanieren. Langfristig müssen Kommunen durch verbesserte verlässliche Einnahmen unabhängig von Sonderprogrammen werden. Unsere vorbildliche Verwaltung konnte in einer extrem kurzen Frist über den Jahreswechsel sechs wichtige Projekte erarbeiten, für die wir dann hoffentlich bald die Zuschussbestätigung vom Bund bekommen. Denn Sportstätten leisten einen unschätzbaren Beitrag für das soziale Miteinander in München, deswegen lohnt es sich hier Geld zu investieren.“

Sportreferent Florian Kraus

Das Bild zeigt den Leiter des Referats für Bildung und Sport, Herrn Florian Kraus mit blauem Sakko und hellblauem Hemd. Das Bild wird im Querformat angezeigt.
Referat für Bildung und Sport/Tobias Hase

„Sportstätten sind Orte der Begegnung, der Bewegung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit der Bewerbung zum Bundesprogramm arbeiten wir gezielt daran, eine moderne, nachhaltige und inklusive Sportinfrastruktur für München bereitzustellen. Die Projekte zeigen, wie wir kommunale Anlagen und Vereinsanlagen gemeinsam weiterentwickeln und möglichst niedrigschwellige Sport-Angebote für alle Münchner*innen langfristig sichern.“