Arbeitsstipendien für Münchner Autor*innen

Mit den Arbeitsstipendien fördert das Kulturreferat der Landeshauptstadt München literarische Projekte von etablierten Münchner Autor*innen.

Für literarische Projekte

Die Landeshauptstadt München vergibt alljährlich zwei mit je 8.000 Euro dotierte Arbeitsstipendien für Münchner Autor*innen, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben und im Literaturbetrieb in Erscheinung getreten sind: durch Veröffentlichungen in Verlagen, Lesungen, Auszeichnungen oder Rezensionen. In erster Linie werden Prosaprojekte aller Genres (Romane, Erzählungen, Romanbiografien, literarische Essays) berücksichtigt, es werden aber auch anspruchsvolle Lyrikprojekte in die Auswahl einbezogen.

Eigenbewerbung ist erforderlich.
Eine gleichzeitige Bewerbung für das Arbeitsstipendium und das Literaturstipendium der Stadt München (für Nachwuchsautorinnen und -autoren) ist nicht möglich.
Eine vom Stadtrat berufene Jury übernimmt die Auswahl aus den eingesandten Bewerbungen; die Entscheidung obliegt dem Stadtrat.

Das Arbeitsstipendium für Münchner Autor*innen erhielten

Jurybegründungen

Benedikt Feiten: „Vorstadtdaddies“ (Romanprojekt)

Viele Romane haben in den letzten Jahren so spannend wie klug von Mutterschaft in der Gegenwart und von neuen weiblichen Identitäten erzählt. Seltener wurde der Blick auf Vaterschaft und die Suche nach einer modernen männlichen Identität gerichtet. Doch auf eben dieser Suche sind im Romanprojekt von Benedikt Feiten die „Vorstadtdaddies“ Ben, Umbro, Flo, Darius und Liam. (…) Sie alle verbindet das Gefühl, nun in der Mitte des Lebens irgendwie in eine recht komfortable Sackgasse geraten zu sein. Ein latentes Gefühl der Unzufriedenheit stellt die „Vorstadtdaddies“ vor die Fragen danach, wer sie sein wollen – innerhalb wie außerhalb von Beruf, Partnerschaft und Familie. (…) Bei ihren mehr oder weniger geschickten Versuchen einer gelungenen männlichen Selbstinszenierung begleitet Benedikt Feitens Erzähler sie mit so viel Sympathie wie Humor: Er führt seine Figuren nie vor, sondern setzt vielmehr an den richtigen Stellen ironische Fragezeichen hinter ihr Verhalten. Sprachlich klar und mit einem sicheren Gespür für Timing und Situation macht Benedikt Feitens Arbeitsprobe neugierig auf die Entwicklung, die die fünf Figuren im Verlauf des Romans durchlaufen – und auf die Anfragen an das soziale Bild von Männlichkeit in der Gegenwart, die dieser Roman aufwerfen wird.


Augusta Laar: „Wenn die Musik vorbei ist“ (Lyrikprojekt)

Mit dem Arbeitsstipendium der Landeshauptstadt München unterstützt die Jury Augusta Laar bei der Realisierung eines so vielschichtigen, spartenübergreifenden wie formbewussten Lyrikprojekts. Unter dem Arbeitstitel „Wenn die Musik vorbei ist“ arbeitet die renommierte Dichterin an einem vielschichtigen Zyklus, der die Erfahrung von Musik – und der auf sie folgenden Stille – in den Mittelpunkt stellt. Formal orientiert sich das Vorhaben an der fernöstlichen Waka-Tradition: Im präzisen Wechselspiel japanischer Chōka- und Tanka-Formen nutzt Laar das Prinzip der „Freiheit durch Begrenzung“, um feste Schemata zu unterlaufen und neue poetische Räume zu öffnen. Einflüsse aus der Zen-Tradition treffen in den Texten auf Elemente der Popkultur, musikalische Tempoanweisungen und eigene Zeichnungen. So entsteht ein dicht gewobenes Netz aus Klang- und Wortobjekten. Es gelingt der Autorin dabei auf bemerkenswerte Weise, existenziellen Fragen nach Fragilität, Verlust und Neuanfang mit poetischer Leichtigkeit und leisem Humor zu begegnen.
 

Mitglieder der Jury

Der Jury gehörten unter der Leitung von Kulturreferent Marek Wiechers an: Martina Boette-Sonner (BR), Jutta Czeguhn (Süddeutsche Zeitung), Dr. Katharina Herrmann (Literaturblog „Kulturgeschwätz“), Dr. Klaus Hübner (Literatur in Bayern, Münchner Feuilleton), Dr. Johannes John (Bayerische Akademie der Wissenschaften), Pamela Scholz Glockenbachbuchhandlung) sowie aus dem Stadtrat: Mo Lovis Lüttig (Fraktion DIE GRÜNEN-Rosa Liste), Thomas Niederbühl (Fraktion DIE GRÜNEN-Rosa Liste), Andreas Babor (Fraktion der CSU), Beatrix Burkhardt (Fraktion der CSU), Marian Offman (Fraktion SPD).

  • 2025: Désirée Opela und Sina Scherzant
  • 2024: Sandra Hoffmann und Thomas Lang
  • 2023: Natalie Buchholz, Kilian Leypold
  • 2022
    Alexandra Blöchl, Jovana Reisinger
  • 2021
    Barbara Yelin, Fridolin Schley
  • 2020
    Björn Bicker, Sandra Hoffmann
  • 2019
    Andrea Heuser, Norbert Niemann
  • 2018
    Eva Gesine Baur / Lea Singer, Lena Gorelik
  • 2017
    Christoph Poschenrieder, Susanne Röckel
  • 2016
    Kilian Leypold, Franz Maria Sonner
  • 2015
    Fabienne Pakleppa, Sylvia Kabus