Gewalt gegen Frauen verhindern

Zentrale Veranstaltung der Aktionswochen am 23. November im Rathaus & online - Kampagne „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt“ mit Podcasts, Postkarten und Plakaten

23. November 2022

Zentrale Veranstaltung am 23. November - im Rathaus und online

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal stellen die neue städtische Kampagne „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt“ vor.
Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal stellen die neue städtische Kampagne „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt“ vor.

58 Prozent der Frauen in Deutschland erleiden sexuelle Belästigung. Jede vierte Frau in Deutschland erlebt Gewalt durch den aktuellen oder früheren Partner, jeden dritten Tag wird eine Frau von ihm ermordet. Jährlich finden daher Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen, Jungen und nonbinären Menschen statt.

In diesem Jahr befasst sich die zentrale Veranstaltung im Rathaus mit dem 2. Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Am Mittwoch, 23. November, stellen ab 18 Uhr die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal und Bürgermeisterin Katrin Habenschaden die neue Kampagne der Stadt Gleichberechtigung schützt vor Gewalt vor – eine Maßnahme aus dem 2. Aktionsplan.

„Als Bürgermeisterin unterstütze ich die Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt, weil die Stadt München für eine Gesellschaft eintritt, in der alle gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei von Gewalt leben können. Diese Haltung wollen wir mit der Kampagne zum Ausdruck bringen,“ so Habenschaden.

In den folgenden Diskussionsrunden und Vorträgen befassen sich Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung mit weiteren Themen aus dem Aktionsplan. Sie greifen das Kapitel 3.9 Besonders schutzwürdige Personengruppen auf, diskutieren Empowerment, Selbstbehauptung & Prävention (Kapitel 3.2) und Prävention zu Gewaltdynamik in Partnerschaften (Maßnahme 3.3.2), befassen sich mit Sexualisierter Gewalt (Kapitel 3.4) und geben Statements zu Prostitution (Kapitel 3.6), Digitale Gewalt (Kapitel 3.7) und Benennung eines Platzes für die Opfer von Femiziden (Maßnahme 3.3.3) ab.

Neben Bürgermeisterin Habenschaden nehmen unter anderem teil: Bürgermeisterin Verena Dietl, Stadtschulrat Florian Kraus, Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller-Gradl, IT-Referentin Dr. Laura Dornheim, Ulrike Mößbauer (Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*), Lydia Dietrich (Münchner Frauenhilfe) und Micky Wenngatz (Vorsitzende der Stadtratskommission für Frauen).

Die Veranstaltung im Großen Sitzungssaal des Rathauses wird auch als Livestream übertragen. Eine Anmeldung per E-Mail an gst@muenchen.de oder unter Telefon 233-92465 ist nötig.

Details zum Programm sind unter gleichberechtigung-schuetzt-vor-gewalt.de/aktionswochen zu finden.

Veranstaltet wird der Abend von der Gleichstellungsstelle für Frauen, Frauen helfen Frauen e.V. München, Prof. Dr. S. Nothhafft (KSH München) und dem Aktionsbündnis 2022.

Oberbürgermeister Dieter Reiter

OB Dieter Reiter

„Gewalt gegen Frauen ist weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung und bleibt oft im Verborgenen. Sie findet auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in allen sozialen Schichten statt. Die „Münchner Aktionswochen gegen Gewalt“ beleuchten dieses so wichtige Thema mit Vorträgen, Filmen, Diskussionen und Workshops. Die Aktionswochen werden von einem breiten Aktionsbündnis von 47 beteiligten Organisationen getragen und durchgeführt. Sie alle zeigen, wie vielfältig wir in München zu diesem Thema aufgestellt sind.“

Weitere Maßnahmen für Gewaltfreiheit

Carolin Martinovic, unter anderem Mitglied in der „Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen“, mit einem Motiv der Kampagne „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt“.
Carolin Martinovic, unter anderem Mitglied in der „Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen“, mit einem Motiv der Kampagne „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt“.

„2. Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ und neue Kampagne

Geschlechtsspezifische Gewalt hat viele Gesichter, sie reicht von sexistischen Sprüchen und alltäglichen Grenzverletzungen über strukturelle Benachteiligungen bis hin zu schwerer Gewalt. „Der beste Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt ist der Abbau von Ungerechtigkeiten und Diskriminierung,“ erläutert Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lassal das Motto der neuen städtischen Kampagne Gleichberechtigung schützt vor Gewalt.

Die Stadt und die von ihr geförderten Einrichtungen bieten bereits viele Maßnahmen an, um geschlechtsspezifischer Gewalt vorzubeugen, ihr entgegen zu wirken, um Opfer zu beraten sowie ihnen Schutz, Begleitung und Unterstützung anzubieten. Aber es gibt noch Lücken im Gewaltschutz, in der Intervention oder der Opferbegleitung und in der Prävention.

So befasst sich der im März beschlossene 2. Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt mit wichtigen Maßnahmen, die in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden sollen. Der Aktionsplan fußt auf der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie auf dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, der sogenannten Istanbul-Konvention. Neben der Befassung mit digitaler Gewalt oder der Akutversorgung nach sexualisierter Gewalt ist die Kampagne eine der rund 30 Maßnahmen, die im Aktionsplan festgehalten wurden. „Studien zeigen, dass etwa 40 Prozent der Frauen in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt haben. Diese Alltäglichkeit will ich nicht akzeptieren,“ so Bürgermeisterin Katrin Habenschaden.

Auf Postkarten, Plakaten, Bannern, Fahnen, im Internet und über Social Media spricht die Stadt die Münchner*innen mit den Slogans „Gleichberechtigung schützt vor Gewalt!“, „Hinsehen – Zuhören – Hilfe holen!“, „Nur Ja heißt Ja!“, „Über meinen Körper entscheide ich selbst!“, „Deine Grenze bestimmst Du!“, „Schau nicht weg – frag nach!“ sowie „Du bekommst Unterstützung!“ an.

Die Kampagne soll die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und allen, die von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen sind, einen Weg aus der Gewalt in das Hilfe- und Unterstützungssystem zeigen.

Jede*r kann sich selbst an der Kampagne beteiligen: Einen Slogan aussuchen und in einem kurzen Text, mit einem Foto oder einem kurzen Video zeigen, was er für einen selbst bedeutet und an die E-Mail info@gleichberechtigung-schuetzt-vor-gewalt.de senden. Die Statements werden nach und nach auf den Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook veröffentlicht, sofern sie nicht anonym bleiben sollen.

Organisiert und durchgeführt wird die Kampagne von der Gleichstellungsstelle für Frauen. Alle Infos sowie Podcasts oder Postkarten und Plakate zum Herunterladen sind unter gleichberechtigung-schuetzt-vor-gewalt.de zu finden.

Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 22. November 2022.