Einweihung des Beruflichen Schulzentrums für Farbe und Gestaltung

Die Landeshauptstadt München feierte am 12. Februar die feierliche Einweihung des neuen Beruflichen Schulzentrums für Farbe und Gestaltung in Neuperlach.

12. Februar 2026

Würdenträger*innen mit Übergabetafel

Neues Berufliches Schulzentrum für Farbe und Gestaltung eingeweiht

Zu Beginn der Feierlichkeiten überreichten Bürgermeisterin Verena Dietl, Stadtschulrat Florian Kraus, Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer und Obermeister Andreas Romanow, Maler und Lackierer Innung Region München, eine Übergabetafel an die Schulfamilie. Anschließend hielten die Schulleiterin Miriam Maier und die geladenen Würdenträger*innen feierliche Ansprachen. In ihren Ansprachen würdigten sie das neue Schulgebäude und verliehen dem Festakt einen besonderen Charme.

Was macht diese Schule so einzigartig?

Über herausragende Bedingungen können sich die Münchner Farbe Schulen am neuen Schulstandort freuen. Auf mehr als 11.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet der fünfgeschossige Neubau erstmals die Möglichkeit, die dazugehörigen Fach-, Berufs- und Meisterschulen mit ihren 13 Aus- und Weiterbildungsgängen sowie die jeweiligen Spezialwerkstätten, integrierten Fachunterrichtsräumen, Hallen und Ausstellungsflächen unter einem Dach zu vereinen. Traditionelle Handwerke wie die Kirchenmaler*innen, Vergolder*innen und Wachsbildner*innen finden in dem tageslichtdurchfluteten Gebäude von v-architekten (Köln) gleichermaßen ideale Voraussetzungen wie die mit modernstem Equipment arbeitenden Maler*innen und Lackierer*innen, Farb- und Lacktechniker*innen, Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen und die Fahrzeuglackierer*innen.

Schon beim Betreten des Schulgebäudes blickt man auf ein großformatiges Wandbild aus polierten Edelstahlplatten, auf denen geometrische Formen in grellen Farben aufgebracht sind. „Test Pattern“ nennt es der Künstler Wawrzyniec Tokarski, der es im Rahmen des Münchner Kunst-am-Bau-Programmes QUIVID konzipiert und gemeinsam mit Schüler*innen der Münchner Farbe Schulen umgesetzt hat. Ein zweites Wandbild vergleichbarer Größe und Beschaffenheit prägt den luftigen Innenraum des Gebäudes.

Eindrücke von der Einweihungsfeier und dem Schulneubau

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Architektur und Nachhaltigkeit

Der vom Baureferat der Landeshauptstadt München realisierte Neubau ist ein kompakter, länglicher Baukörper mit fünf Vollgeschossen und zwei Untergeschossen. Im multifunktionalen Erdgeschoss befinden sich gemeinschaftliche und repräsentative Bereiche, darunter ein Speisesaal mit angeschlossener Küche, ein Mehrzweckraum sowie eine Pausen- und Ausstellungshalle. Außerdem liegt hier eine Lackierhalle, die von mehreren Fachbereichen genutzt wird. Unterirdisch befindet sich eine Zweifachsporthalle, die über umlaufende Lichtschächte natürlich belichtet ist. In den vier Obergeschossen liegen die Unterrichtsbereiche, darunter Fachunterrichtsräume, Werkstätten, EDV-Räume sowie Lehrerzimmer der einzelnen Fachbereiche.

Das Schulzentrum vereint eine energieeffiziente Gebäudehülle mit nachhaltiger Haustechnik auf dem aktuellen Stand der Technik: Fernwärmenutzung, Kühlung mit Grundwassernutzung über eigene Saug- und Schluckbrunnen, Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung sowie Dach-Photovoltaik. Die technische Infrastruktur ist weitgehend unsichtbar in Deckenebenen und einer Dachtechnikzentrale integriert und präsentiert sich nach außen hin unauffällig. Darüber hinaus zahlen auch die extensive Dachbegrünung und zusätzliche neue Bäume im Außenbereich auf die Klimabilanz des Schulneubaus ein.

Berufliche Bildung ermöglicht Teilhabe

Am neuen Schulstandort in München-Neuperlach wird die gesamte Bildungsbreite der beruflichen Schulen abgebildet. Von dem einjährigen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) für junge Menschen ohne formalen Schulabschluss über die Bandbreite der Ausbildungsberufe bis hin zu den einjährigen Meisterschulen zum Bachelor Professionell oder sogar Master Professionell.

Berufliche Bildung zeigt sich hier als Instrument gesellschaftlicher Integration, als Ort höchster handwerklicher Expertise und auch kultureller Identität. So zählen seit 2023 die „Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei und des Vergoldens“ zum bundesweiten UNESCO-Kulturerbe. Mit der Städtischen Meisterschule für das Vergolderhandwerk bietet München deutschlandweit die einzige Meisterschule in diesem Traditionshandwerk. Teil dieser kulturell bedeutsamen Handwerkstradition sind auch die ebenfalls an den Münchner Farbe Schulen angebotenen Ausbildungsgänge zur Vergolder*in, zur Kirchenmaler*in und zur Kerzenhersteller*in.

Stimmen zur Einweihungsfeier

Tobias Hase
Bürgermeisterin Verena Dietl

„Von Unesco-Kulturerbe bis Ausbildung auf dem neuesten Wissenstand mit aktuellster Technik:  München setzt mit dem neuen Berufsschulzentrum für Farbe und Gestaltung Maßstäbe – für den Wirtschaftsstandort München, für die duale Berufsbildung und Innovationsfähigkeit in unserer Stadt. Der Mangel an Fachkräften ist das, was unsere Münchner Betriebe am stärksten umtreibt. Mit diesem farbenfrohen Bildungsort präsentieren wir eine wahrlich leuchtende Gegenmaßnahme."

Tobias Hase
Stadtschulrat Florian Kraus

„Das berufliche Schulwesen ist ein Aushängeschild Münchens. Mit diesem Neubau stärken wir die duale Ausbildung nachhaltig und sichern Spitzenbildung für kommende Generationen. Gleichzeitig wird die beeindruckende Vielfalt unserer Handwerksberufe sichtbar – als Fundament unserer Wirtschaft und Hüter unseres kulturellen Erbes."

Tobias Hase
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer

„Schulen zu bauen heißt für die Zukunft zu bauen, für sozialen Zusammenhalt und Zukunftschancen. Das neue Städtische Berufliche Schulzentrum für Farbe und Gestaltung bietet diese seinen Schülerinnen und Schülern. Und das in einem ansprechenden Umfeld, das für die speziellen Anforderungen der dort untergebrachten Schulen die speziellen technischen und statischen Anforderungen erfüllt. Der Neubau ist außerdem ökologisch durchdacht, flächenschonend geplant und bietet hohe Aufenthaltsqualität.“

Tobias Hase
Schulleiterin Miriam Maier

„Der Schulhausneubau ist ein Meilenstein für die Münchner Farbe Schulen. Hier wurden nicht nur Räume zum Lernen, sondern auch Orte der Begegnung und Inspiration geschaffen. Besonders stolz sind wir auf die hochwertig ausgestatteten Werkstätten, die unser Schulhaus zu einem Kompetenzzentrum für die Vermittlung von tradierten Techniken als auch den zunehmend digitalen Anforderungen von Handwerk und Industrie, machen. So fördern wir die Talente aller Schüler*innen und bereiten sie optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Mein Dank gilt insbesondere dem gesamten Kollegium der Münchner Farbe Schulen, durch deren Engagement und pädagogischen Ideenreichtum das Gebäude zum Leben und einer Bildungseinrichtung mit bundesweiter Bedeutung wird.“

Seit mehr als zehn Jahren: Münchner Bildungsbauoffensive

Die Bauzeit für den beruflichen Schulbau betrug vier Jahre, den Budgetrahmen von 128 Millionen Euro gab der Stadtrat 2017 im Rahmen des 2. Schulbauprogramms dem Baureferat frei. Seit 2014 setzt die Landeshauptstadt München mit über 8,7 Milliarden Euro für 110 Schul- und 99 Kitabauprojekte das größte kommunale Bildungsbauprogramm Deutschlands um. Neben dem Bau von Gymnasien, Grund-, Mittel und Realschulen sowie beruflichen Schulen, Kindertageseinrichtungen, Sportanlagen und Pavillonanlagen stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen von bestehenden Schulgebäuden und Kindertagesstätten an.