"Es war mir eine große Ehre"

Oberbürgermeister Dieter Reiter nimmt Abschied von Münchens Bürgerinnen und Bürgern - mit Videobotschaft

27. April 2026

Video: Abschiedsgruß von OB Reiter

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Liebe Münchnerinnen und Münchner,

Oberbürgermeister Dieter Reiter (Pressefoto 5), © Presseamt / Nagy

heute wende ich mich ein letztes Mal als Ihr Ober­bürger­meister an Sie.

Ab Mai übernimmt mein Nachfolger Dominik Krause dieses Amt. Ich wünsche ihm und der neuen Stadtregierung eine glückliche Hand – und vor allem Entscheidungen, die München für Sie alle lebenswert und bezahlbar halten.

Zwölf Jahre lang durfte ich Verantwortung für meine Heimat­stadt tragen. In dieser Zeit haben wir viel gemeinsam bewegt. München hat Zusammenhalt gezeigt, hat angepackt und ist seinen Weg gegangen – verlässlich, solidarisch und mit einem klaren Blick nach vorn.

Was bleibt, ist vor allem das, was wir gemeinsam aufgebaut haben: fast 100.000 neue Wohnungen und ganze Stadt­quartiere, moderne Schulen und Kitas, ein stärkerer öffent­licher Nahverkehr sowie starke Investitionen in Soziales und Kultur. München ist gewachsen – und wir haben daran gearbeitet, dass es für alle lebenswert bleibt.

Mir war dabei immer eines besonders wichtig: dass diese Stadt nicht nur erfolgreich ist, sondern auch für die Menschen funktioniert, die hier leben. Für Familien, für Auszubildende, für ältere Menschen, für alle, die München zu dem machen, was es ist.

Und all denen, die daran mitgearbeitet haben, dies zu gewährleisten, Ihnen allen liebe Bürgerinnen und Bürger, die sich für unsere Stadt engagiert haben, natürlich auch meinen vielen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, aber auch der Polizei, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten bis hin zu den Krankenhäusern, den Schulen und Kinder­betreuungs­einrichtungen, der Müllabfuhr und der Straßenreinigung und den Stadtwerken oder unseren Kultureinrichtungen und noch vielen mehr gebührt mein großes Dankeschön!

Und genau das bleibt auch die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre: München für alle Münchnerinnen und Münchner lebenswert zu erhalten. Wohnen muss bezahlbar bleiben. Mieten dürfen nicht darüber entscheiden, ob man in dieser Stadt bleiben kann oder nicht. München braucht weiterhin entschlossenen Wohnungsbau, kluge Stadt­entwicklung und ein klares Ziel: dass sich möglichst alle Menschen das Leben hier leisten können – heute und in Zukunft.

Ich bin überzeugt: München hat dafür die Kraft. Weil diese Stadt von Menschen wie Ihnen getragen wird, die Verant­wortung übernehmen, die sich einbringen und die füreinander da sind.

Für dieses Miteinander danke ich Ihnen herzlich!
Es war mir eine große Ehre, zwölf Jahre lang Ihr Ober­bürger­meister zu sein.

Alles Gute für Sie – bleiben Sie unserer Heimatstadt verbunden, ich werde es auch immer sein.

Ihr
Dieter Reiter

OB Reiter nimmt Abschied

Am 30. April endet die zwölfjährige Amtszeit von Oberbürgermeister Dieter Reiter. Es waren sehr bewegte Jahre mit Krieg und Krisen, aber auch mit wichtigen politischen Weichenstellungen.

Jetzt nimmt Oberbürgermeister Reiter Abschied – mit Erinnerungen, die neben seinem politischen Vermächtnis im Gedächtnis geblieben sind:

Corona und Krieg in der Ukraine

OB Dieter Reiter, München Klinik-Chef Dr. Axel Fischer und StRin Barbara Likus (SPD) helfen bei Beladung der Krankenwagen für die Ukraine
Michael Nagy / PIA
OB Dieter Reiter, Klinik-Chef Dr. Axel Fischer und StRin Barbara Likus (SPD) helfen bei Beladung eines Krankenwagens für die Ukraine (März 2022)

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie beruft OB Reiter am 28. Januar 2020 einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) ein. Erforderliche Maßnahmen kann er damit umgehend veranlassen. Insgesamt 194 Sitzungen des SAE sollten es werden. Die letzte findet im März 2023 statt.

Als im Frühjahr 2022 der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine München erreicht, sorgt OB Reiter dafür, dass Geflüchtete schnell untergebracht werden, dass Gelder aus Haushalts­mitteln und Spenden aus der Bevölkerung fließen und dass auch die Menschen in der Ukraine mit Hilfsgütern versorgt werden. Dabei legt er auch selbst Hand an. OB Reiter ist dankbar: „Unsere Stadt hält in Krisensituationen zusammen.“

Dialog für Demokratie

Schüler*innen der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung sowie Oberbürgermeister Dieter Reiter, Stadtschulrat Florian Kraus und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer
Tobias Hase / RBS
Schüler*innen der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung folierten einen Transporter des Baureferats mit dem Motiv "Sei ein Mensch! #gegen-Rechtsextremismus" (April 2024)

"Zusammen bilden wir eine Brandmauer für die Demokratie, die niemand so leicht aushöhlen oder zum Einsturz bringen kann." Mit diesen Worten resümiert Reiter das Treffen, zu dem er im März 2024 rund 40 Vertreter*innen aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft einlädt. Aus dem ersten Dialog für Demokratie und gegen Rechts­extremismus geht eine gemeinsame Erklärung hervor, mit der alle Münchner*innen aufgerufen werden mitzuhelfen, dass München demokratisch, tolerant und weltoffen bleibt. Es wird auch das Logo Sei ein Mensch! entwickelt, das die Haltung der Stadt und aller beteiligten Akteure sichtbar machen soll. So wird ein nachhaltiger Dialogprozess in der Stadtgesellschaft angestoßen.

Frauenrechte und queeres Leben

OB Dieter Reiter spricht als Schirmherr ein Grußwort bei der Mitmach-Aktion des Münchner Aktionsbündnisses zum Equal Pay Day auf dem Marienplatz
Michael Nagy / PIA
Aktion zum Equal Pay Day 2026

Bereits 1985 hat die Gleichstellungsstelle für Frauen ihr Büro im Münchner Rathaus bezogen. Auch OB Reiter macht die Anliegen der Frauen zur Chefsache und lässt es sich etwa nicht nehmen, jedes Jahr am Equal Pay Day gemeinsam für Lohngerechtigkeit einzutreten: "Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist ein gesellschaftlicher Skandal!" so der OB.

Auch die Anliegen der queeren Community liegen Reiter am Herzen. 2020 entscheidet er daher, dass die Koordinierungs­stelle zur Gleichstellung von LBGTIQ* ihm als Stabsstelle direkt unterstellt ist. In seiner Rede am Pink Christmas letztes Jahr bestärkt er: "Wir werden auch weiterhin fest und unverbrüchlich an der Seite der queeren Community stehen."

Bürgersprechstunden

OB Reiter im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern (Januar 2019)
Michael Nagy / PIA
OB Reiter im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern (Januar 2019)

"Mir ist wichtig, mit den Münchnerinnen und Münchnern im Gespräch zu bleiben, um zu erfahren, was die Menschen bewegt, welche Sorgen, Wünsche und Anregungen sie haben. Denn ich möchte ein Oberbürgermeister für alle sein und immer ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger haben." Mit diesem Ziel führt OB Reiter gleich zu Beginn seiner Amtszeit 2014 Bürgersprechstunden ein. Zunächst finden sie im Rathaus statt, später kommt er zu den Bürger*innen in ihre Stadtviertel. Sogar während der Corona-Pandemie hält er dieses Format aufrecht – in digitaler Form. Umfragen in der Bevölkerung attestieren OB Reiter über Jahre hinweg hohe Sympathiewerte.

Olympia-Bewerbung 20XX

OB Reiter vor einem Plakat "Für Spiele mit Herz und Seele: Stimmen Sie mit beim Bürgerentscheid am 26. Oktober" über die Bewerbung Münchens für Olympische Spiele
Tobias Hase / RBS
OB Reiter mit Werbeplakat zum Olympia-Bürgerentscheid am 26. Oktober 2025

Nach zwei gescheiterten Bewerbungen um Winterspiele 2018 und 2022 will es München nochmal wissen: Die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 sollen an die Isar geholt werden. Für OB Reiter ist klar: Ohne Bürgerentscheid geht das nicht. Eine Mehrheit von über 66 Prozent spricht sich dabei für eine Bewerbung aus. OB Reiter ist überzeugt: "Wenn Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Sport, Kultur und Bürgerschaft an einem Strang ziehen, kann aus diesem klaren Votum eine echte Zukunftsperspektive für unsere Stadt entstehen – mit neuen Impulsen für Wohnraum, nachhaltige Mobilität, den Klima- und Umweltschutz, die Inklusion, die wirtschaftliche Entwicklung sowie den Breitensport."