"Isis, auf den Wellen schwimmend"
Wissenswertes zur Statue am Alois-Lippl-Weg im Neuhofener Park
Isis und Tempelbrunnen
Der Neuhofener Park in München‑Sendling entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem der drei großen Münchner Schuttberge. Die Anhöhe an der Isarhangkante wurde in den Nachkriegsjahren als Grünanlage mit Wegen, Wiesen und heute altem Baumbestand gestaltet und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Am höchsten Punkt des Parks befindet sich ein offener Rundpavillon mit Brunnen, der Tempelbrunnen, auch "Friedenstempel" genannt. Eine im Boden eingelassene Gedenkplatte erinnert dort an die Opfer des Bombenkriegs im Zweiten Weltkrieg. Der Ort bietet eine einmalig schöne, unverbaute Sicht über die Stadt und lädt zum nachdenklichen Verweilen ein. Zugleich ist er, mit der sich anschließenden großen und von hohen Bäumen gesäumten Wiese, ein beliebter Treffpunkt im Neuhofener Park.
Auf der Wiese ist eine Statue platziert, deren Geschichte nicht viele kennen: die frühere Brunnenfigur stellt die ägyptische Göttin Isis, auf den Wellen schwimmend, dar. Ursprünglich war die massive Figur Teil eines Zierbrunnens, der 1932/33 auf dem früheren Possartplatz (heute Shakespeareplatz) in Bogenhausen installiert wurde. Geschaffen wurde die Figur aus Diabas vom Bildhauer Emil Krieger.
Der Brunnen und auch die Plastik der Isis wurden während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Die Statue wurde in den 1950er Jahren im Neuhofener Park aufgestellt, dabei wurden fehlende Teile wohl bewusst nicht ergänzt. Im Jahre 1995 erhielt die Statue einen neuen Sockel, da sich der Untergrund abgesenkt hatte. Von der Wiese aus blickt sie in Richtung Tempelbrunnen und bildet mit diesem ein besonderes Ensemble der Erinnerung und Mahnung zum Frieden.
Quellen:
- Otto Josef Bistritzki: Brunnen in München: lebendiges Wasser in einer großen Stadt. Callwey Verlag, München 1980
- Claudia Mayr, Martha Schad: Frauen in Bronze und Stein. Stiebner Verlag, München 2008
- stadtgeschichte-muenchen.de
- Baudenkmäler München, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Nr. D-1-62-000-6512 (Tempelbrunnen); u.a.